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Kfz-Technik

BLIS

Abkürzung für Blind Spot Information System; Warnleuchte im Armaturenbrett, die den Fahrer beim Spurwechsel vor Unfällen bewahrt.

BLIS: Radar, das deinen toten Winkel für dich überwacht

Das Blind Spot Information System, kurz BLIS, ist eine Fahrerassistenztechnologie, die Radar- oder Kamerasensoren an den hinteren Fahrzeugseiten nutzt, um andere Fahrzeuge in den Zonen neben und leicht hinter dem Auto zu erkennen, die in den Seitenspiegeln nicht sichtbar sind. Wenn ein Fahrzeug in diese Gefahrenzonen eindringt, warnt BLIS den Fahrer durch ein Warnlicht, meist ein bernsteinfarbenes Dreieck oder Symbol, in der Spiegelhalterung, der Instrumententafel oder beiden. Bei manchen Systemen blinkt das Licht auf oder der Spiegel selbst leuchtet auf, um Aufmerksamkeit zu erregen.

Die meisten BLIS-Systeme arbeiten mit Radarsensoren, die in der Heckstoßstange oder in den Seitenteilen verbaut sind und typischerweise im 77-GHz-Frequenzbereich arbeiten. Diese Sensoren erfassen eine Zone ungefähr 60 bis 80 Meter hinter und 1,5 bis 2 Meter neben dem Fahrzeug. Manche Systeme verbinden Radar mit Kamerainput für Redundanz oder bessere Objektklassifizierung. Das System unterscheidet zwischen stationären Objekten, Verkehrsschildern und Leitplanken, und bewegten Fahrzeugen und filtert Fehlauslösungen heraus, die zu unnötigen Warnungen führen würden.

Wie BLIS Unfälle verhindert

BLIS behebt ein echtes Sicherheitsrisiko: Der tote Winkel, der durch die Karosseriepfeiler und Spiegel eines Fahrzeugs entsteht, kann allein durch Verstellen nicht beseitigt werden. Ein Auto in dieser Zone kann für einen Fahrer, der gerade die Spur wechseln will, unsichtbar sein. BLIS wird aktiv bei Geschwindigkeiten typischerweise zwischen 30 und 200 km/h; darüber hinaus wird das System weniger relevant, da Spurwechsel bewusster ausgeführt werden. Das System schaltet sich unter etwa 15 km/h ab, um Fehlalarme beim Parken oder im Stau zu vermeiden.

Die Technologie hat Grenzen. Sie kann Motorräder unter allen Bedingungen nicht zuverlässig erkennen, besonders nachts oder bei starkem Regen, wenn die Radarleistung abnimmt. Ein System, das nur eines von zwei Motorrädern in benachbarten Spuren erfasst, schafft trügerische Sicherheit statt echter Sicherheit. Nutzer müssen verstehen, dass BLIS die Spiegelkontrolle und den Schulterkontroll supplementiert, aber nicht ersetzt. Diese bleiben vor jedem Spurwechsel unverzichtbar.

BLIS wurde ab den 2000er Jahren bei vielen europäischen und Premium-Fahrzeugen Standard und ist seitdem in günstigere Segmente vorgedrungen. Die Implementierungen von Volvo, BMW und Mercedes setzten frühe Maßstäbe. Die Zuverlässigkeit des Systems verbesserte sich erheblich, als Radar- und Verarbeitungschips ausgereifter wurden und Kalibrierabweichungen sowie Empfindlichkeit gegenüber Verschmutzung oder Feuchte auf Sensorflächen reduzierten. Das System wird nun in Fahrzeugen der meisten Preissegmente angeboten, aber Implementierungsqualität und Fehlalarmraten unterscheiden sich zwischen den Herstellern noch immer merklich.

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