Ausblühung
Englisch: efflorescence
Verkrustung löslicher Salze, gewöhnlich weiß, die auf der Oberfläche von Stein, Ziegel, Putz oder Mörtel abgelagert wird; meist verursacht durch freie Laugen, die aus dem Mörtel oder angrenzenden Beton ausgelaugt werden, wenn Feuchtigkeit hindurchströmt.
Ausblühungen: Salzbelag, der Feuchtigkeitsbewegung anzeigt
Ausblühungen sind weiße, pulvrige oder kristalline Ablagerungen, die auf Mauerwerk auftauchen, vor allem auf Backstein, Stein, Beton und Mörtelfugen. Sie entstehen, wenn wasserlösliche Salze beim Verdunsten von Feuchtigkeit an die Oberfläche wandern und mineralische Rückstände hinterlassen. Die Ablagerungen bestehen üblicherweise aus Calciumcarbonat, Natriumsulfat, Kaliumsalzen oder Magnesiumsalzen, je nachdem, was im Mörtel, Beton oder im Untergrund vorhanden ist.
Der Vorgang ist einfach: Wasser sättigt das Mauerwerk, löst wasserlösliche Salze im Mörtel oder Untergrund auf und transportiert sie durch Kapillarwirkung zur Oberfläche. Wenn diese Feuchte die Materialoberfläche erreicht und verdunstet, fallen die Salze als Belag aus. Der Prozess ist bei frisch vermauerten Ziegeln oder neuem Beton und in Situationen am aktivsten, wo das Mauerwerk nass wird oder schlecht entwässert ist. Die geografische Lage spielt eine Rolle: In Regionen mit sulfathaltigen Böden oder hohem Grundwasser tritt das Phänomen häufiger auf.
Erkennung und Folgen
Ausblühungen zeigen sich als dünne, meist weiße Schicht, die fast wie Staub wirkt, aber nicht ohne weiteres mit Wasser abwischbar ist. In schweren Fällen kann sie dick genug sein, um Mörtelfugen zu verdecken. Sie ist an sich kein Bauschaden, signalisiert aber, dass Wasser durch das Mauerwerk wandert; das kann auf schlechte Verarbeitung, unzureichende Entwässerung oder aufsteigende Feuchte hindeuten. Wiederholte Zyklen von Ablagerung und Entfernung können schließlich zur Oberflächenabnutzung bei weicheren Steinen oder Ziegeln führen.
Primäre Ausblühungen treten in den ersten ein bis zwei Jahren nach der Fertigstellung auf und lassen nach, wenn die Struktur austrocknet. Sekundäre Ausblühungen können Jahre später wieder auftreten, wenn das Mauerwerk durch fehlende Abdeckungen, schlechte Entwässerung oder hohen Grundwasserspiegel erneut nass wird. Einige Salze, besonders Natrium- und Kaliumsulfate, können mit solcher Kraft kristallisieren, dass die Oberfläche abplatzt; man spricht von Unterblühung, wenn die Salze unterhalb der Oberfläche entstehen.
Die Entfernung ist möglich, aber der Zeitpunkt ist entscheidend: Zu frühes Reinigen sperrt Feuchte ein und fördert weitere Salzwanderung. Nach ausreichendem Austrocknen des Mauerwerks können sanfte Bürsten oder Niederdruckreinigung helfen. Säurereinigung mit verdünnter Salzsäure ist üblich, muss aber von geschultem Personal durchgeführt werden, da sie mit manchen Mörtelzusammensetzungen reagiert und weichere Materialien beschädigen kann. Die einzige dauerhafte Lösung ist die Beseitigung der Feuchtigkeitsquelle durch richtige Geländegestaltung, Entwässerungsreparatur oder Einbau von Feuchtesperren.