Errata
Englisch: errata
Zusätzliche Seite in einem gedruckten Werk, auf der nach dem Druck entdeckte Fehler und deren Korrektionen verzeichnet sind.
Druckfehlerblatt: Korrekturen schlüpfen in fertige Bücher
Ein Druckfehlerblatt ist ein einzelnes Blatt oder eine lose Seite, die nach dem Druck in ein gebundenes Buch oder eine Broschüre eingefügt wird und Fehler im Text sowie deren Korrektionen auflistet. Es existiert, weil Druck teuer und irreversibel ist und manchmal Fehler trotz mehrfacher Korrekturlesung durchrutschen. Statt eine ganze Auflage zu vernichten und neu zu drucken, fügt der Drucker ein einzelnes Blatt ein, das Leser konsultieren, wenn sie auf die aufgelisteten Fehler stoßen.
Das Blatt selbst wird normalerweise separat auf dem gleichen Papier wie der Buchtext gedruckt, manchmal aber auch auf leichterem Papier. Es kann eingeklebt werden (entlang einer Kante im Falz vor dem Binden angeklebt) oder einfach lose zwischen dem Anhang und den Deckeln eingefügt sein. Das Druckfehlerblatt wird üblicherweise nach dem Register oder dem Kolophon platziert, wo Leser administrative Informationen erwarten. Bei einer größeren Druckauflage sind die Kosten für ein Druckfehlerblatt vernachlässigbar gegenüber einem Neudruck. Bei einer Auflage von 5000 Exemplaren kostet das manuelle oder maschinelle Einfügen während des Bindeprozesses nur wenige Dollar pro tausend Kopien.
Die Unterscheidung zwischen Errata und Corrigenda war in älteren Druckfachbegriffen bedeutsam, die Begriffe werden heute jedoch synonym verwendet. Streng genommen sind Errata Fehler im gedruckten Text selbst (Tippfehler, falsche Schriften, Ausrichtungsfehler), während Corrigenda Korrektionen am Manuskript des Autors oder Redakteurs sind, die vor dem Schriftsatz hätten gefunden werden müssen. Das Blatt, das sie auflistet, enthält beide.
Im modernen Offset- und Digitaldruck ist das Druckfehlerblatt seltener geworden. Kleinere Auflagen und schnellere Produktionszeiten bedeuten, dass Korrektionen vor dem Binden der ersten Exemplare vorgenommen werden können, besonders in wissenschaftlichen und technischen Publikationen. Sie erscheinen jedoch immer noch in großen, komplexen Büchern, wo selbst umfassende Korrekturlesung Fehler übersieht, oder wenn ein kritischer sachlicher Fehler zwischen abschließender Korrektur und dem Bindeprozess entdeckt wird. Verlage, die Fehler Wochen nach dem Druckabschluss bemerken, müssen sich zwischen einem Druckfehlerblatt und einem korrigierten Neudruck entscheiden.
Die Praxis stammt aus der Ära des Bleisatzes, als die Korrektur eines Fehlers nach dem Sperren der Seiten im Druckform das Entfernen und Neusetzen von Typen erforderte und Neudruck oft die einzig wirtschaftliche Option war. Druckfehlerblätter wurden in der Qualitäts- und wissenschaftlichen Druckerei zur Standardpraxis, wo Genauigkeit zählte, aber Schnelligkeit nicht mit Perfektion konkurrieren konnte. Der Begriff selbst kommt vom lateinischen Plural von erratum, was Fehler bedeutet.