Letterboard
Englisch: letterboard
Brett, auf dem gesetzte Lettern zur Lagerung oder Bearbeitung zusammengefasst werden.
Literboard: Zwischenlager für Schriftarten zwischen den Aufträgen
Ein Literboard ist ein flacher Rahmen aus Holz oder Metall, normalerweise etwa 5 bis 10 cm tief, unterteilt in ein Raster aus kleinen Fächern oder Ablagefächern. Jedes Fach nimmt einen einzelnen Buchstaben, ein Symbol oder eine Schrifttype auf, sortiert nach Schriftart, Größe und Kategorie. Das Board sitzt flach auf einem Tisch oder steht vertikal auf einem Neigungsrahmen, sodass der Setzer die benötigten Sorten sehen und greifen kann, ohne umständlich in Kästen zu suchen.
Das Raster selbst variiert je nach Betrieb und Verwendungszweck. Ein Standard-Literboard enthält etwa 60 bis 150 Fächer, angeordnet in Reihen und Spalten, mit Fächern, die Schriftkörper von 6 Punkt bis 72 Punkt oder größer aufnehmen. Metall-Literboards aus Gusseisen oder Stahl sind robuster und halten schwerere Sorten; Holzboards sind leichter und billiger, nutzen sich aber schneller ab. Die Fächer sind manchmal mit kleinen Messing- oder Papierschildern versehen, um den Inhalt zu kennzeichnen und die Ordnung zu wahren.
Ein Literboard dient als Arbeitsbestand und Zwischenlager. Nach dem Satz und Druck eines Auftrags wird die gesetzte Zeile vom Setzer von Hand zerlegt, und jeder Buchstabe wird in sein Fach auf dem Literboard zurückgeordnet. Dieses Board speist dann den allgemeinen Schriftumlauf: Type wird vom Literboard geholt, um die Case (die Schublade mit dem Standardbestand einer bestimmten Schriftart und Größe) aufzufüllen, oder es wird dort vorübergehend gelagert, wenn der Platz in den Cases knapp ist. In Schriftgießereien und großen Betrieben bilden Literboards einen Puffer zwischen der Setzerei und den Schriftguss- oder Schriftlagerbereichen.
Literboards sind besonders verbreitet in Akzidenzdruckereien, wo viele Kurzauflagen und unterschiedliche Schriftarten im Einsatz sind, da sie die schnelle Entnahme von Sondergrößen und Spezialzeichen ermöglichen, ohne eine komplette Case auseinanderzunehmen. Sie reduzieren auch den Verschleiß an den Haupt-Casetypen, indem sie die Last der täglichen Pick-and-Place-Arbeit auf mehrere Flächen verteilen. Eine beschäftigte Druckerei könnte gleichzeitig zehn oder mehr Literboards im Einsatz haben, jedes für einen bestimmten Größenbereich oder eine Spezialität (Ornamente, Ausschuss-Sorten oder ausländische Zeichen beispielsweise) reserviert.
Der Begriff "Literboard" ist einfach: ein Board für Buchstaben (Schriftsorten). In älteren Quellen kann es "Sortierboard" oder einfach "Board" genannt werden, aber Literboard wurde zur Standard-Bezeichnung, um es von Setzsteinen, Fahnen und anderem flachen Gerät auf dem Setztisch zu unterscheiden. Die Bedeutung des Boards wird oft von denen außerhalb des Handwerks unterschätzt, aber für einen Setzer bedeutet ein gut organisiertes Literboard den Unterschied zwischen einem entspannten Tag und der Suche nach einem einzelnen Stück 14er Kursiv.