Durchschuss
Englisch: space out
Den Leerraum zwischen Buchstaben, Wörtern oder Zeilen vergrößern
Sperrung: Laufweitenausgleich in der Bleisatzkomposition
In der Buchdruckerei und Linotype-Arbeit bedeutet Sperrung, die Abstände zwischen Zeichen, Wörtern oder Schriftzeilen durch Einfügen von Metall- oder Holzabstandskeilen in die zusammengesetzte Form zu vergrößern. Der Schriftsetzer erreicht dies entweder durch Austausch des Standard-Spatialmaterials gegen dickere Stücke oder durch Hinzufügen von zusätzlichen Spatien (Quadraten, Geviertstaffeln oder Haarspaces) zwischen Buchstaben oder Wörtern vor dem Einschließen der Form in den Setzrahmen.
Der technische Grund für die Sperrung ist einfach: Eine Schriftzeile, die etwas kürzer ausfällt als die Spaltenbreite, sitzt nicht fest im Setzrahmen und riskiert, beim Druck herauszufallen. Statt die ganze Zeile neu zu setzen, sperrte der Schriftsetzer durch Verteilen von zusätzlichem Raum auf Wortabstände oder Buchstabenpaare aus. Das ging schneller als ein Neusatz, erforderte aber Geschick, um den Abstand optisch gleichmäßig und lesbar zu halten.
Die Sperrung unterscheidet sich grundlegend vom engen Satz, bei dem zusätzliche Zeichen zusammengedrängt werden. Sie unterscheidet sich auch vom Durchschuss, das speziell das Einfügen von Bleistegen zwischen Schriftzeilen zur Vergrößerung des Zeilenabstands bezeichnet. Die horizontale Sperrung wirkt innerhalb einer Zeile; der Durchschuss wirkt zwischen den Zeilen. Beide Techniken waren im heißmetall-Satz wesentlich, wenn Spaltenbreiten präzise gefüllt und Ausgleich zwingend erforderlich waren.
Die Praxis schuf eine echte Einschränkung: Eine zu stark gesperrte Zeile wird schwer lesbar, mit isoliert wirkenden Wörtern über die Messlänge verteilt. Linotype-Operatoren lernten, konservativ zu sperren und zogen oft einen Neusatz vor, statt eine Zeile um mehr als etwa ein oder zwei Punkt zu dehnen. Der Begriff hält sich im digitalen Schriftsatz-Vokabular, obwohl die mechanische Notwendigkeit, die ihn erforderlich machte, entfallen ist.