Exasekunde
Englisch: exasecond
SI-Einheit der Zeit gleich 10¹⁸ Sekunden. Symbol: Es; entspricht etwa 31,7 Milliarden Jahren, deutlich länger als das bisherige Alter des Universums seit dem Urknall (etwa 13,8 Milliarden Jahre).
Exasekunde: eine Billiarde Sekunden, größtenteils theoretisch
Eine Exasekunde sind 1018 Sekunden, die höchste standardmäßige SI-Zeiteinheit im alltäglichen wissenschaftlichen Gebrauch. Das Präfix Exa folgt dem Muster der metrischen Skalierung: Kilo, Mega, Giga, Tera, Peta, Exa; jedes vervielfacht um das Tausendfache. Eine Exasekunde entspricht ungefähr 31,7 Milliarden Jahren, ein Zeitraum so immens, dass er das Alter des beobachtbaren Universums um mehr als das Doppelte übersteigt.
In der Praxis messen Metrologen und Hersteller von Präzisionsinstrumenten fast nie etwas in Exasekunden. Die Einheit existiert als Teil der vollständigen SI-Hierarchie und wahrt die logische Konsistenz über alle Größenordnungen hinweg, aber reale Zeitmessprobleme liegen auf völlig anderen Skalen. Spezifikationen für die Stabilität von Atomuhren nutzen Nanosekunden bis Femtosekunden. Industrielle Prozessregelung arbeitet im Millisekundenbereich bis zu Sekunden. Selbst astrophysikalische Beobachtungen kosmischer Ereignisse spannen Jahre bis Millionen Jahre, keine Exasekunden.
Die Exasekunde wird nur als Referenzmaßstab in der theoretischen Physik und Kosmologie sinnvoll. Bei der Diskussion der Lebensdauer von Materie, des Protonenzerfalls oder der fernen zukünftigen Entwicklung von Neutronensternen erreichen Wissenschaftler Exasekunden-Zeitskalen. Ein über eine Exasekunde abkühlender Neutronenstern oder ein über solche Zeiträume verdampfendes schwarzes Loch betritt legitimes wissenschaftliches Diskurs. Aber dies sind Gedankenexperimente, keine Messungen, die ein Instrument jemals erfassen wird.
Verwechslungen entstehen manchmal, weil auch größere Zeiteinheiten jenseits der Exasekunde existieren. Zettasekunden (1021 Sekunden) und Yottasekunden (1024 Sekunden) sind formal definierte SI-Vielfache. Jedoch werden diese noch nicht einmal in theoretischen Arbeiten verwendet, da eine Exasekunde jede Zeitskala mit physikalischer Bedeutung schon bei weitem übersteigt. Das SI-System definiert diese Namen der Vollständigkeit halber, nicht für praktische Anwendung.
In Kalibrierungs- und Verifikationsarbeiten halten Metrologen Rückverfolgbarkeitsketten aufrecht, die Instrumente mit Primärnormalen verbinden. Zeitnormale nutzen Atomübergänge, üblicherweise gezählt in Hertz oder Megahertz, dann bei Bedarf in Sekunden konvertiert. Eine Exasekunden-Spezifikation würde nie in einem Prüfbericht oder auf einem Gerätedatenblatt erscheinen. Sollten Sie den Begriff in einem technischen Dokument antreffen, handelt es sich entweder um eine theoretische Diskussion oder um einen Fehler.