Excelsior
Englisch: excelsior
Die Schriftgröße zwischen Norse und Brilliant, standardisiert auf 3-Punkt.
Excelsior: eine 3-Punkt-Schriftgröße, heute nahezu ausgestorben
Excelsior ist eine standardisierte Bleisatzschriftgröße von 3 Punkt, Teil des traditionellen, im 19. Jahrhundert entstandenen Punktsystems der Typografie. Im Buchdruck nahm diese extrem kleine Größe eine bestimmte Stufe auf der etablierten Leiter der Schriftmaße ein: kleiner als Brilliant (4 Punkt) und Norse (2 Punkt, wobei Norse selbst selten war). Die 3-Punkt-Größe wurde hauptsächlich für Kleingedrucktes, Fußnoten, rechtliche Hinweise und ähnliches verwendet, wo Lesbarkeit weniger wichtig war als Platzersparnis.
Der Name, übernommen aus der Druckertradition, Schriftgrößen eher mit Namen als nur mit Zahlen zu bezeichnen, stammt vom lateinischen "excelsior" und bedeutet "immer höher", ein großspuriger Titel für ein so winziges Stück Blei. Die Größe existierte neben anderen fantasievollen Bezeichnungen wie Diamond, Pearl und Nonpareil, von denen jede festen Maßen entsprach. Das American Point System, 1872 von der Typographic Association standardisiert, legte diese Größen fest und machte Excelsior zu einer von vielen Zwischenstufen, die das Spektrum zwischen den gebräuchlichen Größen ausfüllten.
Excelsior war selten die erste Wahl für Fließtext und diente hauptsächlich im technischen und kommerziellen Druck, wo komprimierte Informationen zählten. Bücher, Zeitungen und Displayarbeiten konnten damit nicht effektiv arbeiten. Die begrenzte Auswahl an verwendbaren Schriften und die Schwierigkeit, so kleine Lettern zu setzen, bedeuteten, dass Excelsior-Pressen und Schriftkästen auf spezialisierte Druckereien konzentriert waren. Drucker brauchten Vergrößerung, um die einzelnen Buchstaben deutlich zu sehen, und jeder Schaden an den winzigen Stücken machte sie unbrauchbar.
Der Aufstieg des Fotosatzes und der digitalen Satzherstellung Mitte des 20. Jahrhunderts machte Bleisatzschriftgrößen völlig überflüssig. Excelsior wurde eher historisch interessant als praktisch notwendig, da digitale Systeme jede Größe ohne physische Objekte darstellen können. Der moderne Druck bezieht sich auf die alten Punktgrößennamen kaum noch, außer in historischen oder nostalgischen Kontexten. Der Begriff bleibt hauptsächlich in antiquarischen Druckkreisen und unter Hobbyisten lebendig, die noch mit Letterpress-Ausrüstung und Schriftgießerei-Sammlungen arbeiten.