Fender
Englisch: fender
Fender zur Schutzvorrichtung an der Bootsseite verwenden
Fender: Schutz des Schiffsrumpfs vor Kontakt mit Dock oder anderem Schiff
Fender bedeutet, Schutzvorrichtungen zwischen dem Schiffsrumpf und einer festen Struktur oder einem anderen Schiff einzusetzen, um Aufprallenergie beim Festmachen, Anlegen oder beim Nebeneinander-Liegen aufzufangen. Fender sind pneumatische oder schaumstoffgefüllte Puffer, die senkrecht entlang der Reling oder Rumpfseite hängen; sie komprimieren sich bei Kontakt, anstatt Holz, Stahl oder Kunststoff direkt mit Pfählen, Kaimauern oder Nachbarschiffen in Berührung kommen zu lassen.
Der Einsatz von Fendern hängt von der Schiffsgröße und den Anlegebedingungen ab. Kleine Fischerboote verwenden möglicherweise mit Seil umwickelte Autoreifen oder einfache zylindrische Schaumstoffröhren. Handelsschiffe nutzen hergestellte Gummi-Fender, typischerweise 45 bis 90 Zentimeter im Durchmesser, die mit Ketten oder Stahlseilen in Abständen aufgehängt sind, die zum Rumpfprofil passen. Beim Festmachen, wo präzises seitliches Positionieren entscheidend ist, braucht es Fender am Bug, am Heck und mindestens zwei Positionen mittschiffs. Schlepper-Kapitäne fender Bug und Achterschiff ab, bevor sie mit größeren Schiffen Kontakt machen.
Materialien und Leistung
Pneumatische Fender (luftgefüllte Gummizylinder) können größere Gesamtenergien aufnehmen, weil sie progressiv komprimieren; die Reaktionskraft wächst mit steigendem Innendruck. Schaumstoff-Fender (üblicherweise Polyurethan oder geschlossenzelligen Schaumkern mit Gummimantel) komprimieren sich auf eine feste Tiefe und erfordern weniger Wartung, verzeihen aber schwere Anlegemanöver weniger. Die Fender-Wahl hängt von der Anlegegeschwindigkeit (üblicherweise 0,3 bis 0,5 Meter pro Sekunde beim kontrollierten Festmachen) und der zu stoppenden Masse ab.
Ausfallarten sind vorhersehbar. Zu hoher Luftdruck in pneumatischen Fendern verringert die Kompression und leitet den Stoß direkt auf Rumpf und Festmachwerk über. Zu niedriger Druck oder ein Leck machen den Fender nutzlos; der Skipper muss vor kritischen Operationen den Luftdruck prüfen. Schaumstoff-Fender verschleißen durch UV-Strahlung und Ölkontakt, werden spröde oder glatt. Falsches Anbringen (zu wenig Fender, Lücken in der Abdeckung oder Höhenversatz) lässt den Rumpf anfällig für Eckenstöße oder Streifschläge, die den Schutz umgehen.
Das Verb fender kommt in Festmach-Befehlen und Unfallberichten vor: 'fender die Steuerbordseite' bedeutet, Puffer vor dem Anlegen an der Kaimauer positionieren. In der Schiffswerft-Sprache beschreibt 'fender off' das Abschieben eines Schiffs vom Kontakt mit den Fendern als Zwischenelement, anstatt einen direkten Rumpfschlag zu riskieren.