Polykultur
Englisch: polyculture
Der Anbau von zwei oder mehr Kulturen an derselben Stelle.
Polykultur: Anbau mehrerer Kulturen zusammen auf einer Fläche
Polykultur ist der bewusste Anbau von zwei oder mehr Kulturarten auf demselben Feld oder in derselben Anbaufläche während einer Saison. Im Gegensatz zur Monokultur, bei der eine einzelne Kultur die Fläche einnimmt, nutzt die Polykultur räumliche oder zeitliche Überlappung, um verschiedene Pflanzen zusammen anzubauen. Dies kann bedeuten, dass verschiedene Arten in abwechselnden Reihen gepflanzt werden, eine hohe Kultur mit einer kleineren Begleitpflanze zwischengebaut wird, oder Relaisanbau eingesetzt wird, bei dem eine zweite Kultur gesät wird, bevor die erste vollständig geerntet ist.
Häufige Polykultur-Kombinationen nutzen biologische Beziehungen zwischen den Kulturen. Mais, Bohnen und Kürbisse, die zusammen angebaut werden und als "Drei Schwestern"-System in der nordamerikanischen Landwirtschaft bekannt sind, zeigen dies: Mais bietet Struktur für Bohnen zum Klettern, Bohnen fixieren Stickstoff, den Mais und Kürbisse nutzen, und das Blattwerk des Kürbisses beschattet den Boden, um Unkraut zu reduzieren und Feuchte zu sparen. Streifenanbau integriert Baumreihen mit Feldfrüchten dazwischen und liefert verschiedene Produkte von der gleichen Fläche. Streifenanbau wechselt Kulturarten über einen Hang, um das Erosionsrisiko zu verringern.
Maschinen und mechanische Anforderungen
Polykultur erfordert flexible Maschinen. Standard-Sämaschinen und Mähdrescher aus dem Monokultur-Bereich können oft mehrere Kulturgeometrien auf einem Feld nicht bewältigen. Erzeuger verwenden typischerweise größere Reihenabstände, um Zwischenfrüchte unterzubringen, was angepasste Sämaschinen-Einstellungen oder manuelle Arbeit für gestaffelte Aussaat erfordert. Die Ernte wird komplexer: Mähdrescher, die für eine Kultur ausgelegt sind, können Begleitpflanzen beschädigen, weshalb selektive oder Handernte der Zwischenfrüchte erforderlich ist. Kleinere Polykultur-Betriebe setzen oft auf Universalgeräte statt auf spezialisierte Maschinen.
Der Ertrag je Flächeneinheit und die Gesamtproduktivität hängen stark von der Kulturauswahl und dem Reihenabstand ab. Die Erträge einzelner Kulturen sinken oft im Vergleich zu dedizierter Monokultur, aber die Gesamtbiomasse oder der Nährstoffertrag je Hektar nimmt häufig zu. Der Arbeitsaufwand steigt typischerweise, weil Aussaatpläne, Schädlingsbekämpfung und Ernte mehr Aufmerksamkeit und Anpassung erfordern. Die Bodenstruktur verbessert sich oft durch vielfältige Wurzelsysteme und reduzierten Schädlingsdruck durch Habitat-Heterogenität.
Polykultur bleibt in der Subsistenzlandwirtschaft und in Bio- oder Regenerativ-Systemen verbreitet, wo externe Betriebsmittel begrenzt sind, stellt aber nur einen kleinen Anteil der industriellen Produktion in entwickelten Wirtschaften dar. Die Managementkomplexität und Unvereinbarkeit mit großflächiger Mechanisierung haben die moderne Landwirtschaft zur Monokultur getrieben. Wachsendes Interesse an Bodengesundheit, Biodiversität und lokalen Lebensmittelsystemen hat die Forschung zu Polykultur-Systemen erneuert, doch die erforderlichen Maschinen und Fachkenntnisse sind weniger entwickelt als bei Einkulturen.