Spurflanzenschmiergerät
Englisch: flange lubricator
Eine Vorrichtung zur Verringerung des Verschleißes an Radflanschen und Schienen in Eisenbahngleisen.
Spurkranzschmieranlage: Fettauftrag für Eisenbahnradkränze
Eine Spurkranzschmieranlage ist eine stationäre Vorrichtung, die neben oder zwischen Eisenbahngleisen angebracht wird und Schmierstoff auf die Spurkränze vorbeifahrender Radsätze aufträgt. Der Spurkranz ist der nach innen weisende Rad-Felgen-Rand, der bei Kurven- und Übergangsbereichen mit dem Schienenkopf in Kontakt kommt und dabei Reibung und Verschleiß erzeugt. Eine Spurkranzschmieranlage reduziert diesen Verschleiß, indem sie Fett oder Öl auf den Radkranz aufträgt, während Züge vorbeifahren, und schützt so sowohl das Rad als auch die Schiene vor beschleunigtem Verschleiß.
Diese Anlagen bestehen typischerweise aus einem Behälter für Schmierstoff, Auftragselemente oder Dochte, die zum Spurkranz positioniert werden, und einem Gestell, das auf der Schwelle befestigt wird. Wenn ein Rad vorbeifährt, kommt das Autragsgerät mit dem Spurkranz in Berührung oder kurz davor, und überträgt Schmierstoff durch Schwerkraft oder leichten Druck. Die Abstände und Höhen der Auftragselemente sind entscheidend: Sie müssen mit typischen Spurkranzpositionen bei verschiedenen Raddurchmessern und Verschleißzuständen übereinstimmen, üblicherweise im Bereich von 25 bis 50 Millimetern über dem Schienenkopf.
Spurkranzschemieranlagen gibt es in mehreren Ausführungen. Mechanische Kontakttypen verwenden Bürsten- oder Pad-Auftragselemente, die das Rad physisch berühren, während Sprüh- oder Zerstäubertypen Pumpen oder Druckluft einsetzen, um Schmierstoff auf den Spurkranz zu richten, während das Rad sich nähert. Die Wahl des Schmierstoffs variiert je nach Klima und Fahrgeschwindigkeit: Dünnflüssige Öle eignen sich für schnelle Personenzüge, um Widerstand zu minimieren, während dickere Fette besser für Güterzüge und Rangierbetrieb geeignet sind, wo langsamere Geschwindigkeiten stärkere Aufträge ermöglichen.
Wartung und Wirksamkeit
Die Hauptbeschränkung besteht darin, dass der Schmierstoffauftrag passiv erfolgt und nur bei Zugverkehr stattfindet. Auftragselemente müssen regelmäßig nachgefüllt werden, und verschlissene Pads müssen ausgetauscht werden, bevor sie den wirksamen Kontakt verlieren. Übermäßiges Schmieren birgt das Risiko, rutschige Bedingungen zu schaffen, die die Rad-Schiene-Haftung beeinträchtigen, besonders problematisch auf Steigungen oder in Rangierbahnhöfen. Unzureichendes Schmieren reduziert den Spurkranzverschleiß nicht. Wartungsarbeiter überprüfen die Ausrichtung und den Verschleiß der Auftragsgeräte bei regelmäßigen Gleiskontrollen.
Spurkranzschmierung ist Standardpraxis auf den meisten Güterbahnen und Mischverkehrsstrecken, besonders auf Linien mit häufigen Kurven oder Weichen, wo der Spurkranzkontakt stark ist. Hochgeschwindigkeits-Personenbahnen setzen manchmal stattdessen auf Schienenkopfschmierung, da der Radkranzverschleiß bei hohen Geschwindigkeiten prozentual geringer ausfällt. Die Bezeichnung ist eindeutig: Die Anlage schmiert den Radkranz, die kritische Verschleißfläche der Rad-Schiene-Verbindung.