Flotationskragen
Englisch: flotation collar
Kragenform mit Einlage, die in der Kragenform zugeschnitten und an den Kanten an den Hemdstoff genäht wird.
Flotationkragen: weiches Einlagestoffe in Kragenform aufgenäht
Ein Flotationskragen ist eine Kragenkonstruktion, bei der ein Einlagestoff in exakter Kragenform zugeschnitten und rundherum an der Kante auf den Außenstoff aufgenäht wird, normalerweise Baumwolle oder ein Baumwollgemisch. Der Einlagestoff schwebt zwischen dem Außenmaterial und einer inneren Futterschicht und wird nur an den Kanten gehalten. Diese Methode erzeugt einen Kragen, der während des Tragens und Waschens seine Form behält, ohne dass eine durchgehende Fusionsbindung über die ganze Fläche nötig ist.
Der Einlagestoff ist meist ein mittelschweres Gewebe oder Vlies auf Baumwollbasis, oft um die 35 bis 50 Gramm pro Quadratmeter. Der Kragendecke und Gegenkragen (oder das Futter) werden mit dem Einlagestoff dazwischen wie ein Sandwich zusammengenäht, normalerweise mit einer Reihe gerader Nähte 6 bis 8 Millimeter von der Außenkante entfernt. Nach dem Nähen wird der Kragen gewendet und gepresst, wodurch eine scharfe Kante entsteht, ohne dass eine Steppnaht dicht an der Kante nötig ist.
Wann Flotationskragen sinnvoll sind
Sie sind am häufigsten bei Hemden und lässigen Blusen anzutreffen, wo ein weicherer Griff geschätzt wird oder wo das Stoffgewicht einen durchgehend fusionierten Einlagestoff zu steif machen würde oder Blasenbildung verursachen könnte. Da der Einlagestoff nicht mit dem Stoff fusioniert, besteht kein Risiko von Klebstoffabbau bei wiederholtem Waschen oder chemischer Reinigung. Der Kragen kann bei Reparaturen leicht ausgetauscht werden, ohne den ursprünglichen Außenstoff zu beschädigen.Flotationskragen funktionieren schlecht bei Anwendungen mit hoher Belastung, wo der Kragen einen exakten Punkt halten oder über längere Zeit aufrecht stehen muss, ohne an den Kanten zu rollen oder zu kräuseln. Wenn die Nahtlinie zu weit von der Kante entfernt liegt, kann der Einlagestoff während des Tragens verrutschen oder knittern. Schwere Stoffe oder lockere Gewebe halten möglicherweise ohne zusätzliches Gegenkragenstechen oder einen verstärkenden Streifen keine scharfe Bruchkante.
Der Begriff beschreibt, dass die Einlageschicht praktisch ungestützt in der Kragenstruktur schwebt und nur an der Kante verankert ist. Das unterscheidet sich von einem fusionierten Kragen, bei dem Klebstoff den Einlagestoff über die ganze Fläche bindet, oder von einem durchgesteppten Kragen, bei dem mehrere Naht reihen der Krägenlänge entlang den Einlagestoff halten. Flotationskonstruktion liegt zwischen diesen beiden Methoden in puncto Arbeitsaufwand, Kosten und fertigem Griff.