FMNP
Abkürzung von Full Mobile Number Portability.
FMNP: Rufnummernmitnahme beim Wechsel des Mobilfunkanbieters
Full Mobile Number Portability, kurz FMNP, ist das regulatorische Regelwerk, das einem Mobilfunknutzer ermöglicht, seine Telefonnummer beim Wechsel von einem Telekommunikationsanbieter zu einem anderen beizubehalten. Statt an die Nummernzuteilung eines Anbieters gebunden zu sein, bleibt die Identität des Nutzers an der Nummer selbst verankert. Diese Portabilität erstreckt sich auf alle in einem Land betriebenen Mobilfunknetze, unabhängig davon, ob es sich um GSM-, CDMA- oder LTE-Betreiber handelt.
Die technische Umsetzung basiert auf einer zentralen Nummernndatenbank und Routing-Infrastruktur. Wenn ein Anruf im Ursprungsnetz ankommt, fragt dieses Netz die Datenbank ab, um zu ermitteln, welcher Betreiber den Nutzer tatsächlich führt, und leitet den Anruf entsprechend weiter. Diese Abfrage erfolgt in Echtzeit und verursacht einen geringen Latenzkostenaufwand, typischerweise messbar in Zehnertelsekundenbereich. Indien betreibt beispielsweise eine von einer von der Telekommunikationsregulierungsbehörde bestimmten Agentur verwaltete nationale Nummernportabilitätsdatenbank, über die alle Anfragen verarbeitet werden.
Praktische Abläufe und Beschränkungen
Ein Nutzer, der eine Portierung einleiten möchte, muss von seinem aktuellen Betreiber einen eindeutigen Portierungscode (UPC) anfordern und diesen innerhalb eines festgelegten Zeitfensters, oft fünf Tage, dem neuen Betreiber vorlegen. Während des Portierungsfensters darf der alte Betreiber den Dienst nicht abschalten; der neue Betreiber aktiviert die Leitung im neuen Netz. Die Zeit bis zur Abschluss der Portierung variiert je nach regulatorischer Rechtsordnung, liegt aber typischerweise zwischen vier Stunden und zwei Tagen. Einige Länder implementieren eine Sperrfrist von achtundvierzig Stunden nach der Portierung, um schnelle aufeinanderfolgende Wechsel zu verhindern.
Betreiber verfolgen Portierungsanfragen und Abschlussquoten genau, da hohe Abwanderungsraten auf Probleme bei der Servicequalität oder Preisgestaltung hindeuten. Der technische Aufwand zur Aufrechterhaltung der Nummernportabilität umfasst Datenbanksynchronisierung, Routing-Intelligenz an Netzübergängen und Fallback-Verfahren bei Datenbankausfällen. Abrechnungssysteme müssen auch Anrufe verarbeiten, die auf Netzen enden, die sich vom registrierten Heimatnetz des Nutzers unterscheiden.
Der Begriff FMNP unterscheidet vollständige Portabilität (jede Nummer, jederzeit) von früheren teilweisen Systemen, bei denen nur bestimmte Nummernblöcke portiert werden konnten oder Portierungen auf spezifische Situationen beschränkt waren. FMNP ist mittlerweile Standard auf den meisten entwickelten Telekommunikationsmärkten und wird zunehmend auf Schwellenmärkten als regulatorische Voraussetzung für den Wettbewerb eingeführt.