fo
Abkürzung von Folio, Seitengröße und Buchformat (10"-12,5" x 15"-20").
Fo: ein einmal gefaltetes Blatt mit vier Seiten
In der Druckerei steht fo für Folio, ein Seitenformat, das durch das Falten eines einzelnen Papierblatts in der Mitte entsteht. Das resultierende Blatt misst ungefähr 10 x 15 Zoll, wobei die genauen Abmessungen je nach Größe des Originalblatts und der verwendeten Papierstärke variieren. Ein Foliobuch öffnet sich so, dass zwei Seiten nebeneinander sichtbar sind, jede mit der halben Fläche des ursprünglichen gefalteten Blatts. Diese Faltung erzeugt vier Seitenflächen: zwei auf der Vorderseite und zwei auf der Rückseite des gefalteten Blatts.
Der Begriff stammt vom lateinischen Wort für Blatt und Drucker verwenden ihn immer noch, um sowohl das physische Format als auch die Lage oder Zusammenfassung zu beschreiben, die sich aus der Falte ergibt. Eine einzelne Folio-Lage enthält vier aufeinanderfolgend nummerierte Seiten. Wenn mehrere Folios ineinander verschachtelt und am Rücken geheftet werden, bilden sie den Textblock eines Buches. Wenn ein Buchbinder oder Setzer das Format eines Buches kennt, sagt ihm fo sofort, wie die ursprünglichen Blätter während der Herstellung geteilt und gefaltet wurden.
Folios stehen in der Mitte der Standard-Formatierungshierarchie. Quarto oder 4to entsteht durch zweifaches Falten und erzeugt vier Blätter pro Lage; fo kommt aus einer einfachen Falte; und Folio im weitesten Sinne beschreibt jedes Buch, das aus Blättern besteht, die aus größeren Druckbogen gefaltet sind. Ein Broadside ist dagegen ein ungefalteter Bogen. Crown Folio und Demy Folio bezeichnen Folios aus unterschiedlich großen Originalbogen und erzeugen leicht unterschiedliche Endabmessungen.
In der historischen Druckerei wurde Folio gleichbedeutend mit seriösen, umfangreichen Büchern, besonders bei wissenschaftlichen, theologischen oder juristischen Werken. Die Shakespeare First Folio von 1623 ist das Paradebeispiel. Heute wird fo noch immer in der Rare-Book-Katalogisierung und in der handwerklichen Buchbinderei verwendet, wo das Verständnis der ursprünglichen Lagenstruktur für Konservierung und Reproduktion wichtig ist. Digitale Designer und moderne Verleger verwenden den Begriff selten, aber wer mit historischen Büchern oder handgenähten Einbänden arbeitet, wird ihm ständig begegnen.