Schaum
Englisch: foam
Ein Gemisch aus feinen Blasen, das durch Vermischung eines Löschmittels mit Wasser entsteht und zum Abdecken und Löschen von Bränden verwendet wird.
Schaum: gezähmte Blasen gegen Feuer
Schaum ist eine stabile Masse kleiner Blasen, die entsteht, wenn ein Konzentrat mit Wasser vermischt und belüftet wird, typischerweise durch Turbulenzen oder mechanische Durchmischung. Die Blasen sind durch dünne Flüssigkeitsfilme getrennt, die Tensidmoleküle enthalten und die Oberflächenspannung senken. In der industriellen Brandbekämpfung breitet sich Schaum über Brennstoffoberflächen aus, kühlt das Feuer und schafft eine Dampfsperre, die Sauerstoff von den Flammen abhält.
Industrielle Schäume gibt es in mehreren Typen, klassifiziert nach Ausdehnungsverhältnis. Niedigausdehnungsschaum (bis 20:1) wird bei Bränden der Klasse B mit brennbaren Flüssigkeiten eingesetzt; er fließt leicht und dringt gut in Brennstoffoberflächen ein. Mittelausdehnungsschaum (20:1 bis 200:1) dient Spezialanwendungen wie eingeengten Räumen. Hochausdehnungsschaum (200:1 bis 1000:1) füllt große Volumen schnell, erzeugt aber nässere, weniger stabile Blasen. Filmbildender wässriger Schaum (AFFF) enthält fluorierte Tenside, die einen Film auf Brennstoffoberflächen bilden; diese Formulierungen werden derzeit wegen anhaltender Chemikalienbedenken schrittweise eingestellt. Alkoholresistente Schäume sind unverzichtbar, wenn wassermischbare Brennstoffe wie Methanol oder Aceton vorhanden sind, da diese Flüssigkeiten Standard-Schäume auflösen.
Das verwendete Konzentrat ist der Wirkstoff, typischerweise enthält es 1 bis 6 Prozent der Schaumflüssigkeit gemischt mit dem restlichen Wasser. Die Zufuhr erfolgt an der Basis von Auslassdüsen oder durch Dosieranlagen in festgebauten Rohrsystemen. Dosierungsfehler, meist Überdosierung, verschwenden Konzentrat und erzeugen instabile Blasen. Schaum baut sich schnell ab, wenn er Hitze, Wind oder hochenergetischen Wasserstrahl ausgesetzt wird, was Blasenwände zerreißt und die Flüssigkeit zurück in den Brennstoff freisetzt.
Grenzen und Besonderheiten
Schaum funktioniert schlecht bei polaren Lösungsmitteln und hochflüchtigen Kohlenwasserstoffen, wenn der falsche Typ gewählt wird. Verschmutzung durch Staub, Schlamm oder Öle beeinträchtigt die Ausdehnungsfähigkeit. Schaum in Konzentratform kann sich im Lager trennen oder verdicken und erfordert regelmäßige Tests und Rotation. Die Flüssigkeit läuft aus Blasen auch in Ruhe ab, daher ist die Schaumabdeckung vorübergehend und Wiederauftrag kann nötig sein, wenn der Brennstoff unter der Schicht weiter brennt.
Der Begriff selbst leitet sich einfach vom äußeren Erscheinungsbild ab: belüftete Flüssigkeit, die als Schaumschicht schwebt. In der Industrie wird Schaum als chemisches Löschmittel klassifiziert, da er durch mehrere Wirkmechanismen funktioniert: Kühlung, Ersticken, Brennstoffdämpfung und Dampfblockade. Er bleibt unverzichtbare Ausrüstung in Raffinerien, Chemieparks, Flugzeughangars und Kraftstofflagern, wo Wasser allein bestimmte Brände nicht löschen kann.