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Bahntechnik

Viergleisigkeit

Englisch: four-tracking

Herstellung von vier Gleisen auf einem Streckenabschnitt, normalerweise zwei in jede Richtung.

Viergleisigkeit: Kapazitätsverdopplung auf einer stark befahrenen Bahnstrecke

Viergleisigkeit ist die Anlage von vier parallel verlaufenden Gleisen auf einem Streckenabschnitt, üblicherweise als zwei Gleise je Fahrtrichtung konfiguriert. Sie unterscheidet sich von Zweigleisigkeit, die nur ein Gleis pro Richtung bietet. Die Ausrüstung ermöglicht die separate Abwicklung von Nah- und Fernverkehr, Güter- und Personenverkehr oder lindert schlicht Engpässe auf überlasteten Strecken, wo die Kapazität in einer Fahrtrichtung zum Bottleneck geworden ist.

Die Motivation für Viergleisigkeit ist fast immer betriebliche Trennung. Auf einer stark befahrenen Pendlerstrecke kann ein Gleispaar alle Nahverkehrszüge führen, die überall halten, während das andere Gleispaar Fernzüge mit Zwischenhalteausfällen befördert. Dies verhindert, dass langsame Züge schnellere blockieren, und ermöglicht eine unabhängige Fahrplanung beider Dienste. Güterbahnen profitieren ähnlich, wenn sie dedizierte Gleise nutzen können, ohne Personenfahrpläne zu stören. Die Kosten sind erheblich: neue Erdbauarbeiten, zusätzliche Brücken oder Bahnübergänge, neue Signalinfrastruktur und oft Grundstückserwerb.

Abstände und Integration

Viergleisigkeit erfordert sorgfältige Planungskonzepte. Gleise werden typischerweise mit Abständen von 4,7 bis 5,0 Metern (von Mitte zu Mitte) verlegt, um sicheres Arbeiten für Instandhaltungspersonal und Arbeiter zu ermöglichen. Bahnsteige müssen so positioniert werden, dass sie das jeweils richtige Gleispath bedienen, und Kreuzungsweichen zwischen den beiden Richtungen müssen strategisch angeordnet sein, um Zügen bei Bedarf den Wechsel zwischen den Gleisen zu ermöglichen, etwa bei Wartung, Fahrplanänderungen oder Notfallrouting. Die Komplexität nimmt an Knoten und Bahnhöfen zu, wo vier Gleise in verschiedene Ziele aufgeteilt werden müssen.

Viergleisigkeit ist auf hochfrequentierten Nahverkehrsbahnen und einigen Fernverkehrsstrecken verbreitet. Sie stellt eine Mittellösung dar: günstiger als der Neubau einer völlig neuen Strecke, aber kostspieliger als bescheidene Signalverbesserungen, die aus einer bestehenden Zweigleistrecke möglicherweise einige zusätzliche Züge pro Stunde herauskitzeln. Nach der Fertigstellung unterstützt Viergleisigkeit typischerweise Frequenzen von 10 bis 20 Zügen pro Stunde und Richtung, abhängig von Aufenthaltszeiten und Signalabständen.

Der Begriff ist vor allem in nordamerikanischen und britischen Bahnpraktiken gebräuchlich. Europäische Bahnen erreichen ähnliche Kapazitäten oft durch andere Signalsysteme, etwa Zugfolgesicherungen mit beweglichen Blockabschnitten, anstelle von zusätzlichen Gleisen, wenngleich Viergleisigkeit auch auf einigen großen Kontinentalstrecken vorkommt. Wartung und Inspektion von vier parallelen Gleisen erfordern außerdem mehr Personal und Betriebsflächen als Zweigleisigkeit, ein Kostenaspekt, der in ersten Businessplänen oft übersehen wird.

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