Berline
Englisch: berline
Ein Limousinen- oder Saloon-Fahrzeug.
Berline: das ursprüngliche viertürige geschlossene Auto
Eine Berline ist ein viertüriger Personenwagen mit geschlossenem Innenraum, separatem Kofferraum und Platz für vier bis fünf Erwachsene. Der Begriff beschreibt einen bestimmten Karosserietyp, der Mitte des 20. Jahrhunderts zur Standardform von Familienautos wurde. Charakteristisch ist die Dreiblock-Anordnung: Motorraum, Fahrgastkabin und Laderaum als drei separate Bereiche. Die Berline unterscheidet sich vom Coupé (üblicherweise zweitürig, sportlichere Proportionen) und von Kombis oder Stationwagen (mit nach hinten verlängertem Laderaum).
Der Name leitet sich von Berlin, Deutschland ab, wobei die Verbindung zum Kutschenbau der Stadt eher historisch ist als auf einen bestimmten Hersteller zurückzugehen. Frühe Automobilhersteller übernahmen den Begriff, um diesen formalen, praktischen Karosseriestil zu beschreiben. In kontinentaleuropäischen Fachkreisen blieb Berline das Standardwort für das, was englischsprachige Märkte Sedan nannten. Französische, deutsche und italienische Fachtexte verwenden Berline oder das Äquivalent (Berlina im Italienischen) auch heute noch routinemäßig in technischen Spezifikationen.
Berlinen gibt es in mehreren praktischen Varianten je nach Radstand und Gesamtlänge. Die Dreiblock-Limousine (viertürig, manchmal zweitürig) ist die Grundform. Eine Berline kann hinten abfallend oder mit aufrechtem Kofferraumdeckel gebaut sein. Der Dachverlauf kann weiter nach hinten reichen oder steiler abfallen, je nachdem ob die Auslegung Kopffreiheit hinten oder niedrigen Luftwiderstand bevorzugt. Verglasung, Türenzahl und Position der C-Säule lassen sich innerhalb dieser Kategorie variieren.
Aufbau und Fertigung
Die Berline-Karosserie besteht üblicherweise aus einer gezogenen Stahlschalenkonstruktion mit verschweißten Blechen. Eine Trennwand trennt den Motorraum von der Kabine. Türen sind an Säulen (A-, B- und C-Pfosten) gehängt, die das tragende Grundgerüst bilden. Der Kofferraumdeckel ist ein separates Panel, das am Dachkante angelenkt ist und unabhängigen Zugang zum Laderaum ermöglicht, ohne Türen öffnen zu müssen. Diese Konstruktion unterscheidet sich von Schrägheckern, bei denen Tür und Heckfenster als eine Einheit öffnen.
In der Fertigung erfordert eine Berline mehr Montageaufwand als ein Coupé wegen der zusätzlichen Türen, Türmechanismen, Fensterheber und Innenverkleidungen. Die Werkzeuginvestitionen für Pressen und Schweißvorrichtungen sind entsprechend höher. Dies ist der Grund, warum kleinere Hersteller und Spezialisten historisch eher zweitürige oder Schrägheckausführungen bevorzugt haben. Die Berline bleibt die häufigste Karosserieart für Serienlimousinen, Familienautos der mittleren Klasse und Luxusfahrzeuge, wo Laderaumtrennung und formales Äußeres geschätzt werden.