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Bergbau und Gewinnung

Hangendes

Englisch: hanging wall

Die obere Wand einer geneigten Erzader oder die Wand, die dem Bergmann über den Kopf hängt, wenn er in der Ader arbeitet.

Hangendgestein: das Gestein über einem geneigten Erzkörper

Im Bergbau ist das Hangendgestein der Gesteinskörper, der über einer geneigten oder einfallenden Erzader oder Flöz liegt. Wenn ein Bergmann in solch einer Ader arbeitet, ist dies buchstäblich das Gestein, das über seinem Kopf hängt. Der Begriff kommt direkt aus dieser räumlichen Beziehung: das Gestein hängt über dir. Im Gegensatz dazu ist das Liegendgestein die Gesteinsmasse unterhalb der Ader. Dieser Unterschied ist wichtig, weil die beiden Gesteinsflächen oft unterschiedliche geologische Eigenschaften, unterschiedliche mechanische Standfestigkeit und unterschiedlichen wirtschaftlichen Wert haben.

Der Neigungswinkel des Hangendgesteins und seine Competence, also seine Fähigkeit, sich selbst ohne Einsturz zu tragen, bestimmen weitgehend die Gewinnungsmethode und die Sicherheitsstrategie. Ein steiles Einfallen von etwa 70 Grad oder mehr macht das Hangendgestein stabiler und einfacher zum Abarbeiten. Ein flaches Einfallen von 20 bis 40 Grad schafft eine größere Expositionsfläche und höhere Last auf jede Abstützung. In Hartsteingruben kann das Hangendgestein während des aktiven Stoppelbetriebs wochenlang ungestützt stehen. In weicherem Gestein oder Steinkohlegruben ist das Versagen des Hangendgesteins eine Hauptursache für Unfälle: Es kann plötzlich als Platte abbrechen oder in kleineren Schüben Gesteinsstücke abwerfen.

Hangendgestein und Abbaugeometrie

Der Kontakt zwischen Ader und Hangendgestein ist oft selbst mineralisiert, besonders in epithermalischen und mesothermalen Lagerstätten. Bergmänner bauen manchmal Erz aus dieser Kontaktzone sowie aus der Ader selbst ab. Das Hangendgestein kann auch durch die gleichen Lösungen verändert sein, die das Erz geschaffen haben, was es schwächer macht als frisches Nebengestein. Dieser veränderte Hof kann sich Meter weit ins Hangendgestein erstrecken und beeinflusst sowohl die Erzbeimengung als auch das strukturelle Verhalten des Abbaus.

Bei der bergmännischen Vermessung und Grubenplanung wird die Hangendgesteinsfläche systematisch erfasst. Änderungen des Neigungswinkels oder der Position des Hangendgesteinskontakts werden aufgezeichnet und zur Modellierung der Adergeometrie in drei Dimensionen verwendet. Bergbauingenieure planen Stoppel-Layouts und Pfeilersysteme unter Berücksichtigung dieser Flächen. Die Spur des Hangendgesteins auf Grubenrissen und Schnitten ist genauso wichtig wie die Erzköpergrenzen selbst.

Der Begriff wird konsistent im Hartsteinbergbau, Steinkohlebergbau und Erzbergbau weltweit verwendet. Er erscheint auch in der Böschungsstabilitätsarbeit, wo das Hangendgestein einer regionalen Störung oder Scherungszone die Tagebauplanung beeinflussen kann. Das Gegenkonzept, das Liegendgestein, ist gleichermaßen wichtig und gleichermaßen alt im bergmännischen Wortschatz; zusammen bilden sie die grundlegende geometrische Sprache der Ader- und Störungsbeschreibung in Bergbaugeologie und Ingenieurwesen.

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