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Drucktechnik

Fudge-Box

Englisch: fudge box

Mechanische Vorrichtung zum Einspannen von Linotype-Zeilengüssen mit aktuellen Nachrichten.

Fudge Box: die Notfall-Setzstation an der Druckmaschine

Eine Fudge Box ist ein mechanisches Gestell, das an einer Linotype- oder Letterpress-Maschine befestigt wird und Ersatz-Metallzeilen für kurzfristige Nachrichteneinschübe bereithält. Sie sitzt im Druckform-Rahmen und nimmt üblicherweise zwei bis vier Spaltenbreiten auf. Damit konnten Drucker Ausgleichszeilen kurz vor dem Druckstart austauschen, ohne die gesamte Seite neu zu setzen. Das Gerät besteht aus einem rechteckigen Metallgehäuse mit Keilklemmen oder Flügelschrauben, die die einlaufende Zeile so fest halten, dass sie dem Druck und der Kraft der Druckmaschine standhält.

Die Fudge Box löste ein echtes Problem bei Zeitungen mit Morgenausgabe. Wenn eine Meldung nach dem Sperren der Titelseite hereinkam, brauchten Drucker einen Weg, die Information einzufügen, ohne die ganze Form wegzuwerfen. Die Zeile wurde frisch an der Linotype gegossen, in das bereits im Rahmen positionierte Fudge-Box-Gestell eingesetzt und festgeklemmt. An manchen Maschinen konnte der Drucker diesen Austausch sogar im reduzierten Betrieb durchführen, was aber riskant war und Erfahrung erforderte.

Konstruktion und Positionierung

Fudge Boxes wurden in sehr engen Toleranzen gebaut, sodass einlaufende Zeilen bündig mit der umgebenden Type abschlossen. Das Gestell selbst maß etwa 14 bis 18 Picas in der Breite und variierte in der Tiefe je nach Spaltenzahl. Weil es wiederholte Schläge des Druckzylinders aushalten musste, war das Gehäuse aus Gusseisen, oft mit verstärkten Seitenwänden. Die Klemmen ließen sich justieren, um Zeilen unterschiedlicher Dicke zu halten, was nötig war, da handgegossene Zeilen leicht variierten.

Die Positionierung war entscheidend. Die Fudge Box musste so sitzen, dass sie keine Lufteinschlüsse oder Lücken schuf, die die Farbwalzen aussparten, und musste mit dem Rest der Form auf Tausendstel Zoll genau gleich hoch sein. Schlechte Justierung führte zu Hickeys, ungleichmäßiger Druckdichte oder Typenschäden. Die meisten Fudge Boxes saßen im oberen Bereich der Titelseite in einer Spalte, wo aktuelle Meldungen logischerweise Platz hatten.

Der Begriff "Fudge" in der Druckerei war Jargon für eine schnelle oder improvisierte Notlösung und spiegelte das Tempo und Risiko dieser Arbeit wider. Ab den 1970er Jahren, als der Offsetdruck und die Fotosatz die Bleisatzmaschinen verdrängten, wurde die Fudge Box überflüssig. Die digitale Satzherstellung machte den physischen Last-Minute-Zeilenaustausch vollständig überflüssig.

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