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Drucktechnik

Handpresse

Englisch: handpress

Frühe Druckpresse, die durch einen Griff betätigt wurde und Druck auf das Druckform ausübte.

Handdruckpresse: die von Muskeln angetriebene Druckmaschine, die die Industrie aufgebaut hat

Eine Handdruckpresse ist eine Druckmaschine, bei der der Maschinenführer über einen Hebel oder Spindelmechanismus eine ebene Druckplatte auf die eingefärbten Lettern senkt und so den Abdruck auf das Papier überträgt. Die ältesten Ausführungen aus Gutenbergs Zeit nutzen eine Spindel; ab dem 18. Jahrhundert wurden hebelgesteuerte Konstruktionen zum Standard. Der Maschinenführer dreht eine Kurbel oder zieht einen Hebel nach unten, speichert dabei mechanische Kraft in der Maschine, und lässt ihn dann wieder hochfahren. Jeder Zug erzeugt ein bedrucktes Blatt.

Die klassische eiserne Handdruckpresse des 19. Jahrhunderts, beispielsweise die Modelle Columbian oder Albion, besteht aus einem massiven gusseisernen Rahmen, einer beweglichen Druckplatte auf einer Parallelgestänge-Lagerung, einem Druckbett zur Aufnahme der Schriftform und einer Walzenanlage. Die Parallelstangen oder der Kniehebelgelenkmechanismus verstärken die Kraft des Maschinenführers, sodass eine handsame Hebelwirkung den Druck von 400 bis 600 Pfund erzeugt, der zum Drucken kleiner Schriften erforderlich ist. Die Leistung liegt bei etwa 250 Drucken pro Stunde für einen erfahrenen Drucker.

Handdruckpressen beherrschten den Commercial Printing, die Akzidenzen und die Buchherstellung, bis Dampf- und Elektromotoren Ende des 19. Jahrhunderts aufkamen. Sie blieben in kleineren Betrieben, künstlerischen Druckereien und Lehrstudios bis weit ins 20. Jahrhundert hinein verbreitet. Heute werden sie hauptsächlich für feine Letterpress-Arbeiten, private Druckereien und die Restaurierung historischer Druckmaschinen eingesetzt; eine gut gepflegte 150 Jahre alte Presse funktioniert heute noch genauso gut wie beim Verlassen der Werkstatt.

Häufige Verschleißerscheinungen und Ausfallstellen

Die Parallelstangen verschleißen in ihren Lagerstellen, wodurch die Druckplatte beim Drucken leicht geneigt wird. Die Bettkante aus Eisen entwickelt kleine Dellen und Vertiefungen, wenn Metalllettern oder harte Gegenstände ohne Unterlage direkt hineingedrückt werden. Druckwalzen trocknen aus, reißen und geben Farbe nicht mehr gleichmäßig ab. Der Hebel oder die Kurbel wird in ihrer Fassung locker. Keine dieser Beschädigungen ist katastrophal; sie werden durch regelmäßiges Ölen, gelegentlichen Austausch verschlissener Teile und sorgfältiger Umgang mit den Lettern beherrscht.

Der Name spiegelt die Funktionsweise wider: handgetrieben, presse (von der Druckbewegung). Sie nimmt einen zentralen Platz in der Druckgeschichte ein, die Brücke zwischen der Renaissance-Manuskriptkultur und der industriellen Massenproduktion. Für alle, die mit historischen Dokumenten arbeiten oder traditionelle Typografie erlernen, ist das Verständnis der Handdruckpresse wesentlich, um die Grenzen und Möglichkeiten der mit ihr hergestellten Arbeiten zu verstehen.

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