Galletting
Englisch: galletting
Das Einfügen von Feuersteinsplittern in die Fugen von Mauerwerk.
Galletting: Ausfüllen von Mauerverkleinerungen mit Steinspänen
Galletting ist das Verfahren, bei dem kleine Steinfragmente, in der Regel Feuersteinspäne oder Schiefersplitter, in noch feuchte Mörtelfugen von Mauerwerk eingedrückt werden. Die Bruchstücke werden mit der umgebenden Oberfläche bündig geklopft und erzeugen ein strukturiertes, pointilliertes Aussehen über die Fugenlinie. Diese Technik findet sich hauptsächlich bei Bruchsteinmauerwerk und unregelmäßig geschichtetem Mauerwerk, wo sie praktische und ästhetische Funktionen erfüllt.
Die Hauptfunktion ist die mechanische Verriegelung des Mauerwerks. In Wänden aus unregelmäßig geformten Bruchsteinen können Mörtelfugen dick und ungleichmäßig ausfallen. Durch das Einbetten von harten Steinfragmenten in diese Fugen reduziert der Maurer das Volumen des reinen Mörtels und schafft Verzahnungspunkte, die Bewegungen widerstehen und die Scherbruchfestigkeit verbessern. Dies ist besonders wertvoll bei älteren Konstruktionen, wo Kalkputz schwächer ist als modernes Zement.
Feuersteinspachtung war am häufigsten in Regionen, in denen Feuerstein natürlicherweise vorkam, wie Norfolk, Sussex und andere Teile Südostenglands. Schiefer wurde in Gebieten mit Schiefervorkommen verwendet. Die Bruchstücke sind typischerweise zwischen 10 und 40 Millimetern groß. Der Maurer arbeitet schnell nach dem Verlegen der Steine, drückt Spane mit einem Spachtel oder Hammer in den noch weichen Mörtel und stellt sicher, dass sie fest sitzen, ohne hervorzustehen. Die Technik erfordert Geschick: Spane, die zu tief eingetrieben werden, verschwinden in der Fuge; solche, die vorstehen, werden abbrechen oder schwache Stellen erzeugen.
Galletting verringert auch die Verwitterung des Oberflächenmörtels, indem es weniger reinen Mörtel dort hinterlässt, wo Regen und Frost ihn angreifen können. Die härteren Steinfragmente verwittern langsamer als Kalkputz und bieten eine widerstandsfähigere Schutzschicht. Im Laufe von Jahrhunderten trägt dies messbar zur Dauerhaftigkeit der Wand bei.
Der Begriff stammt von gallet, ein Steinsplitter oder Kieselstein, verwandt mit Altfranzösisch galet. Die Praxis erscheint in mittelalterlichen Arbeiten, wurde aber während des 17. und 18. Jahrhunderts systematisch und verbreitet. Moderne Restaurierungsarbeiten an historischen Gebäuden beinhalten häufig sorgfältiges Verfugen, das die ursprünglichen Galletierungsmuster respektiert oder wiederherstellt, was es zu essenziellem Wissen für Denkmalmaler und Restaurierungsspezialisten macht.