Ölkanal
Englisch: gallery
Ein Kanal, der Motoröl zu den Schmierungsstellen des Motors, wie den Hauptlagern, führt.
Galerie: Ölleitung im Motorblock
Eine Ölgalerie ist ein gebohrter oder gegossener Kanal im Motorblock, der unter Druck stehendes Öl von der Pumpe zu kritischen Lagerflächen und anderen Schmierungspunkten verteilt. Das Galeriensystem bildet das Hauptadernetz des erzwungenen Schmierkreislaufs des Motors und führt Öl unter Druck (typischerweise 40 bis 80 psi bei den meisten Automotorenl) an Stellen, die allein durch Spritzschmierung nicht zuverlässig erreicht werden können.
Die Hauptölgalerie verläuft längsweise durch den Motorblock und wird direkt vom Pumpenaustritt gespeist. Nebengalerien zweigen ab, um einzelne Hauptlager, Kurbelwellenzapfen, Nockenwellenlager und hydraulische Stößel oder Nockenfolger zu versorgen. Die Kanäle sind so dimensioniert, dass sie Durchsatzrate gegen Druckverlust abwägen; zu kleine Galerien unterversorgen Lagerspiele, während zu große Galerien Druck ablassen, der an anderer Stelle benötigt wird. Typische Galeriendurchmesser in Small-Block-Benzinmotoren liegen zwischen 0,250 und 0,375 Zoll, während große Dieselmotoren Galerien über 0,5 Zoll Durchmesser verwenden können.
Ölgalerien werden während der Originalfertigung in den Block gegossen, wobei einige Motoren auch gebohrte Querlöcher als Nebenpfade nutzen. Das Gussverfahren ist wirtschaftlich für die Massenproduktion, macht aber die Galerienleitungen weniger flexibel als reine Bohrungen; Tuner bohren manchmal neue Galerien, um den Fluss zu unterversorgten Lagern zu verbessern. Alle Galerien müssen an ihren Endpunkten mit Messing- oder Stahlverschlüssen verschlossen und abgedichtet werden, die eine häufige Undichtigkeitsquelle darstellen, wenn sie falsch eingebaut oder durch Korrosionsablagerungen beschädigt werden.
Häufige Ausfallarten und Kontrolle
Verlegte Galerien sind eine Hauptursache für Lagerausfälle, besonders bei hochgefahrenen Motoren oder solchen mit vernachlässigtem Ölwechsel. Schlammablagerungen, Korrosionsprodukte und Verschmutzungen schränken den Fluss ein und verursachen teilweise oder völlige Unterversorgung von Hauptlagern, Pleuellagern und Nockenwellenzapfen. Ölanalyse und Lagerverschleißmuster sind die üblichen Diagnosewerkzeuge; Zerlegung ist erforderlich, um eine Verlegung zu bestätigen. Ölgaleriestöpsel, die auslaufen oder ganz ausfallen, können auf Korrosion, unsachgemäße Montage oder Schäden durch thermische Wechselbelastung hindeuten.
Der Begriff Galerie stammt aus der Architektur, wo eine Galerie ein langer, schmaler Gang oder Korridor ist. Motorenkonstrukteure haben diese Metapher für diese Öl führenden Kanäle übernommen, weil sie durch ihren länglichen, gangartigen Charakter durch den Motorblock verlaufen. Die moderne Motorenentwicklung nutzt Strömungssimulation, um die Geometrie der Galerien zu optimieren, wobei sie zwischen der Notwendigkeit eines ausreichenden Durchsatzes zu jedem Lager und parasitären Verlusten sowie Wärmeerzeugung im Drucksystem abwägt.