Geordie-Lampe
Englisch: Geordie lamp
Grubenlampe oder Sicherheitslampe im Steinkohlenbergbau, die Explosionen verhindert.
Geordie-Lampe: die explosionssichere Sicherheitsleuchte des Bergmanns
Eine Geordie-Lampe ist eine mit Drahtgaze umschlossene Ölflammе, die im Steinkohlebergbau unter Tage zum Nachweis gefährlicher Gase eingesetzt wird und gleichzeitig Explosionen verhindert. Die Lampe sitzt in einem zylindrischen Stahloder Messingmaschendrahtkorb um einen kleinen Ölbrenner herum, der typischerweise mit Paraffin- oder Rüböl betrieben wird. Das Maschengewebe ermöglicht dem Gas den Eintritt in die Brennkammer, kühlt aber jede Flamme ab, die heiß genug ist, um Methan zu zünden, bevor sie durch die Gaze nach außen dringt. Dieses von William Bude in den frühen 1800er Jahren vervollkommnete Prinzip wurde zum Standard in britischen Kohlegruben.
Die Lampe erhielt ihren Namen von den Geordie-Bergleuten Nordostenglands, besonders aus den Kohlerevieren Tyne und Wear, obwohl Ausführungen in ganz Großbritannien und darüber hinaus übernommen wurden. Die Ausführungen variierten je nach Grube und Zeit. Einige verwendeten flache Dochte, andere ringförmige Dochte. Das Gazegeflecht war eng genug gewickelt, um die Flammenausbreitung zu verhindern, aber locker genug, um die Flamme im Innern sichtbar zu halten. Ein Bergmann konnte das Verhalten der Lampe ablesen: eine gleichmäßig gelbe Flamme bedeutete sichere Luft; eine flackernde oder blaue Flamme signalisierte vorhandenes Methan; ein Lichthof oder eine aufhellende Flamme warnte vor gefährlichen Konzentrationen.
Im Gegensatz zur späteren Davy-Lampe, die einen Glaszylinder mit Drahtgeflecht oben und unten nutzte, umschloss die Geordie-Lampe die ganze Flamme typischerweise mit Metallgaze. Dies machte sie widerstandsfähiger gegen rauhe Behandlung, aber auch dunkler und schwerer zu lesen unter schlechten Bedingungen. Die eingeschlossene Flamme bedeutete auch, dass die Lampe weniger Licht für die tatsächliche Arbeit spendete, daher nutzten viele Gruben sie hauptsächlich zur Gaserkennung, während Bergleute wenn möglich bei separaten Kerzen oder Lampen arbeiteten.
Die Zuverlässigkeit der Lampe hing vollständig von der Unversehrtheit ihres Maschenkorbs ab. Korrosion, Dellen oder lockeres Geflecht konnten katastrophal versagen: Wenn das Maschengewebe die Flamme nicht mehr ausreichend kühlte, konnte eine Explosion in der Lampe nach außen fortschreiten. Bergleute lernten, die Lampen vor dem Abstieg sorgfältig zu überprüfen. Im Laufe der Zeit wurden Geordie-Lampen ab Mitte des 20. Jahrhunderts durch elektrische Sicherheitslampen verdrängt, doch sie blieben in einigen britischen und europäischen Gruben bis in die 1960er und 1970er Jahre in Gebrauch.