Flöz
Englisch: girdle
Ein dünnes Steinflöz oder eine dünne Gesteinsschicht.
Girdle: eine dünne Gesteinsschicht zwischen dickeren Schichtfolgen
In der Bergbaugeologie ist ein Girdle eine dünne, relativ durchgehende Gesteinslage, die zwischen dickeren Gesteinsformationen eingelagert ist. Die Mächtigkeit liegt typischerweise zwischen wenigen Zentimetern und einigen Metern und verläuft horizontal über ein Abbaugebiet. Girdles sind bedeutsam, weil sie häufig Grenzen zwischen verschiedenen geologischen Zonen markieren, nutzbare Minerale enthalten oder als natürliche Barrieren wirken, die den Wasserdurchfluss und die Bodenstabilität beeinflussen.
Girdles treten vor allem in Abfolgen von Sedimentgesteinen auf, wo sich im Laufe der Zeit wechselnde Schichten verschiedener Gesteinstypen abgelagert haben. Ein Girdle kann aus Schieferton, Sandstein, Kalkstein, Kohle oder Eisenstein bestehen, je nach Ablagerungsmilieu. Im Kohleabbau kann eine dünne Steinlage oder Tonschicht zwischen Kohleflözen den Abbau erschweren oder als praktische Markerzone für die Navigation unter Tage dienen. Im Metallbergbau kann ein Girdle anderer Zusammensetzung die Nähe zu erzhaltigen Zonen oder Störungsstrukturen anzeigen.
Erkennung und Kartierung
Bergleute und Geologen identifizieren Girdles anhand von Bohrkernen, Erkundungsbohrungen und sorgfältiger stratigraphischer Beobachtung. Da sie, wenn auch unterbrochen, über ein Gebiet hinweg beständig sind, werden Girdles zu Referenzpunkten für Grubenbetrieb und Vermessungsarbeiten. Ein benanntes Girdle in einem Bergbaudistrikt, dokumentiert in Bohrlochlogs und historischen Grubenkarten, hilft Betreibern zu verstehen, was sie in bestimmten Teufen oder Entfernungen von einem Bezugspunkt antreffen werden.
Der Ausdruck leitet sich wahrscheinlich von der Bedeutung eines Gürtels ab, der etwas umschließt oder zusammenhält; die Schicht verläuft konsistent um oder quer über das Abbaugebiet. Diese Verwendung ist besonders in britischer und Commonwealth-Bergbauliteratur fest verankert, wird aber auch in nordamerikanischer Fachliteratur verstanden. Moderne Bergbausoftware und 3D-Geologiemodelle führen Girdles weiterhin als diskrete Einheiten in Untergrundatenbanken auf.