Glasurschicht
Englisch: glaze coat
Eine dünne Schutzschicht aus Bitumen, die auf die unteren oder oberen Lagen einer Dachbahn aufgetragen wird, wenn die Verlegung zusätzlicher Bahnen oder Oberflächenbeläge verzögert ist.
Schutzanstrich: Bitumenversiegelung während du auf den Rest wartest
Ein Schutzanstrich ist eine dünne Schicht heißes Bitumen (typischerweise etwa 25 bis 40 Pfund pro 100 Quadratfuß), die auf freiliegendes Dachpappe oder eine Membran aufgetragen wird, nachdem die Grundlagen verlegt wurden. Sie bietet einen vorübergehenden Schutz und versiegelt die Oberfläche gegen Wasser und Witterung, während die nächste Phase der Dacharbeiten auf bessere Bedingungen, Materiallieferung oder Zeitfenster wartet.
Die Beschichtung sitzt zwischen den Dacharbeitsphasen. Nachdem Grundfasern mit Bitumen getränkt und abgekühlt sind, ist die freiliegende oberste Lage den Elementen ausgesetzt. Regen dringt in ungeschützte Pappe ein, UV-Strahlung und Fußverkehr bauen sie ab. Ein Schutzanstrich, heiß aus einem Kessel oder einem Verteilfahrzeug aufgetragen, schafft eine wasserdichte Barriere, die beim Abkühlen aushärtet. Es ist nichts weiter als reines Asphalt- oder Steinkohlenteer-Pech, unverdünnt und nicht modifiziert.
Wann und warum Schutzanstriche aufgetragen werden
Schutzanstriche treten am häufigsten bei mehrstufigen Dacharbeiten auf, bei denen Witterung, Personalverfügbarkeit oder Lieferketten Wochen oder Monate zwischen den Phasen verursachen. Bei einem aufgebauten Dach (BUR) beispielsweise können die ersten drei oder vier Lagen im Frühling verlegt werden, dann stellt sich die Arbeit bis zum Herbst ein, wenn Endeindeckung und Kiesmaterial ankommen. Statt freiliegende Pappe verfallen zu lassen, trägt der Dachdecker einen Schutzanstrich auf. Er gewinnt Zeit, ohne die Membranintegrität zu gefährden. Bei Steinkohlenteerdächern wird Schutzanstrich auch verwendet, um ausgehärtete Lagen vorübergehend abzudichten, bevor sie mit zusätzlichem Asphalt geflutet werden.
Die Schicht ist dünn genug, dass sie das Gewicht oder die Kosten der Dachkonstruktion nicht wesentlich erhöht, verhindert aber Feuchtigkeitseintritt und verlängert die Lebensdauer freiliegender Lagen um Monate. Wenn die endgültige Oberflächenphase beginnt, wird der Schutzanstrich entweder in die nächste Bitumenanwendung eingebunden oder teilweise aufgeraut, um die Haftung für Tränkung und neue Lagen zu verbessern.
Häufige Fehler sind das Auftragen des Schutzanstrichs zu dick, wodurch die Drainage verlangsamt und Feuchte eingeschlossen wird, oder das Auftragen bei kaltem Wetter, wenn Bitumen nicht fließt und richtig aushärtet. Genauso problematisch ist es, einen Schutzanstrich länger als ein Jahr ohne Wartung liegen zu lassen, da UV-Strahlung und Verschleiß schließlich den Schutznutzen übersteigen. Die Schicht ist eine Pausentaste, keine dauerhafte Oberfläche.