Erzbrocken
Englisch: glebe
Ein Stück Erde, das Erz enthält.
Glebe: erzführendes Gestein dort, wo die Flöz wirtschaftlich wird
Im Untertagebau ist eine Glebe ein abgegrenzter Körper aus erzführendem Gestein innerhalb der Nebengesteine, unterscheidbar genug, um als separate Abbaueinheit gewonnen zu werden. Es ist nicht das Erz selbst, sondern das mineralisierte Gestein: die Gesteinsmasse mit ausreichender Metallkonzentration, um den Abbau zu rechtfertigen. Die Glebe markiert die praktische Grenze, an der Bergmänner und Vermesser von taub (unmineralisiertem Bergegestein) zu bauwürdig (abbauwürdigem Gestein) übergehen.
Größe und Geometrie einer Glebe hängen von der Lagerstättengattung ab. Im Steinkohlenbergbau bezieht sich Glebe oft auf die Kohleflöz und ihre unmittelbaren Gesteinsfolgen. Im Hartsteinabbau beschreibt sie die mineralisierte Hülle um eine Ader oder ein disseminiertes Körper. Eine Glebe kann von zehn Zentimetern bis mehrere Meter mächtig sein, und ihre laterale Erstreckung reicht von wenigen Metern bis zu hunderten Metern, je nachdem wie das Erzkörper verteilt ist und wie selektiv die Abbauplanung angesetzt wird.
Praktische Anwendung in der Abbauplanung
Die Bestimmung der Grenzen einer Glebe ist für die Bergbauwirtschaft unerlässlich. Vermesser und Geologen nutzen Analysenergebnisse, Kernbohrprotokollierung und Oberflächenmessungen, um zu definieren, wo eine Glebe anfängt und endet. Ein Bergmann, der durch taubes Gestein auf eine bekannte Glebe zufährt, nutzt diese Vermessungen, um vorherzusagen, wann die Werkzeuge auf bauwürdiges Erz treffen. Eine zu großzügige Einschätzung der Glebe führt zur Verarbeitung von Bergematerial; eine zu kleine lässt Erz zurück. Der Begriff wird auch verwendet, um erstrangiges Abbaugestein von Randbereichen oder umlagerbarem Material zu unterscheiden, besonders in historischen oder kleineren Betrieben, wo die Erzgehalte über kurze Distanzen erheblich schwanken.
Das Wort Glebe stammt aus dem Altenglischen und Lateinischen für ein Stück Land und bezieht sich in landwirtschaftlichen Kontexten auf Grund und Boden, die von der Kirche gehalten werden. Seine Verwendung im Bergbau spiegelt denselben Sinn wider: ein abgegrenztes, bewertetes Stück Grund. In englischsprachigen Bergbauregionen ist der Term älter und häufiger in Kohlefeldern und traditionellen Metallgruben anzutreffen; er ist weniger Standard in modernen industriellen Betrieben, wo Geologen eher die Sprache von Erzlagerstätten, Zonen und Domänen verwenden.