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Bergbau und Gewinnung

Steinpicken

Englisch: rockpicking

Das Aussortieren von Gestein beim Erz aufbereiten, durchgeführt von einer Person, Maschine oder einem Maschinenteil.

Bergeauslese: manuelle oder mechanische Abfallentfernung in der Erzaufbereitung

Bergeauslese ist die Trennung von Abraum von wertvollen Mineralen während der Erzaufbereitung, die Phase nach der Primärzerkleinerung aber vor der Anreicherung. Ein Bergeausleser (ob Mensch oder Maschine) untersucht zerkleinertes Erz und entfernt Stücke, die zu wenig Mineralgehalt aufweisen, um eine weitere Verarbeitung zu rechtfertigen. Dies reduziert die Tonnage, die zu Schleifmühlen und Flotationsanlagen geht, und senkt damit Energiekosten und Reagenzieverbrauch nachgelagert.

In klassischen Bergbaubetrieben wurde die Bergeauslese von Hand an einem Ausleseband oder einer Auslesetisch durchgeführt. Arbeiter standen neben einem bewegten Förderband mit zerkleinertem Erz und zogen Berge oder minderwertige Gesteinsstücke mit Auge und Hand heraus, während sie Geschick im Erkennen von Abfallmaterial entwickelten. Diese arbeitsintensive Methode hält sich in Klein- und handwerklichen Betrieben. Moderne Großanlagen nutzen mechanische Bergeausleser: Geräte mit rotierenden Armen, Vibrationssiebe mit fotooptischen Sensoren oder Röntgenfluoreszenz-Analysen (XRF), die die Elementzusammensetzung in Echtzeit erfassen und Abraum automatisch auswerfen.

Effizienz und Platzierung

Wirksame Bergeauslese muss früh in der Anlage stattfinden. Wenn Abraum zur Mühle geht, wird Schleifenergie an Material verschwendet, das kein verkäufliches Produkt liefert. Der Punkt, an dem Bergeauslese erfolgt, hängt vom Erztyp ab: Grobkörnige Lagerstätten mit visuell deutlichen Erzmineralen werden unmittelbar nach der Primärzerkleinerung ausgelesen, während feinkörnige Erze diese Phase ganz überspringen können, weil Abraum bis nach dem Mahlen nicht unterschieden werden kann. Auslesequoten variieren von 10 Prozent bis 50 Prozent der Gesamterzrohstoffmasse, je nach Grad und Geometrie der Lagerstätte.

Die Qualität der Bergeauslese hängt davon ab, die visuelle und taktile Signatur des fraglichen Erzminerals zu erkennen. Eisenerzausleser suchen nach Hämatit- oder Magnetit-Glanz; Kupfererzausleser identifizieren Chalkopyrit-Farbe und Glanz. Fehler in beide Richtungen reduzieren Rentabilität: übersehener Abraum verbraucht Mühlenkapazität; übereifriges Auslesen entfernt erzhaltiges Material. Mechanische Systeme reduzieren menschliche Fehler, erfordern aber Kalibrierung und Wartung, und sie können zwischen Erz und Nebengestein bei allen Gesteinstypen gleich gut unterscheiden.

Der Begriff Bergeauslese wird in der Buntmetallförderung (Kupfer, Zink, Blei), Eisenerzabbau und einigen Edelmetallbetrieben verwendet. Er unterscheidet sich von Sortierung, die typischerweise eine höherwertige Trennung mit Dichte-, Magnet- oder Schwerkraftverfahren auf feineres Material bezeichnet. Bergeauslese bleibt wirtschaftlich überall dort, wo der Unterschied in Dichte, Magnetismus oder Farbe zwischen Erz und Abraum so ausgeprägt ist, dass schnelle visuelle oder instrumentelle Erkennung bei hohem Durchsatz möglich ist.

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