Schlammabbau
Englisch: gumming
Die manuelle Entfernung von Ton oder Schlämm aus abgebautem Kohle.
Gummen: Tonablösung von frisch angeschnittenen Kohleflözen
Gummen ist das Entfernen von Ton und anderen klebrigen Feinstoffen, die nach dem Anschnitt an den frisch freigelegten Kohleoberflächen haften. Wenn ein Kohleflöz durch Spitzhacke, Bohrer oder Säge aufgebrochen wird, bleiben die Tonbänder und Schieferzwischenschichten, die durch die Kohle laufen, an Fläche und Kanten der Kohle kleben. Ein Bergmann entfernt diesen "Gummen", die zähe Tonmatrix, mit Schaufel, Kratzer oder Spitzhacke, bevor die Kohle in Wagen oder auf ein Förderband geladen wird. Ohne Gummen gelangt die Kohle mit überschüssigem wertlosem Material an die Oberfläche, was die Förderkosten erhöht und die verkäufliche Ausbeute vermindert.
Der Gummen selbst ist typischerweise weiches, plastisches Tonmaterial, oft Kaolinit oder Illit, das Grundwasser aufgenommen hat und klebrig wird. Er unterscheidet sich von der Kohle selbst in Farbe (heller, grauer) und Konsistenz (zäher wenn nass). In mächtigen Flözen mit Tonzwischenschichten ist Gummen Routinearbeit; in dünnen oder reinen Flözen kann es entbehrlich sein. Die Dicke des Gummens an der Kohleoberfläche kann von einem dünnen Film bis zu mehreren Zentimetern reichen, je nach Geologie und wie kürzlich die Kohle angebrochen wurde.
Gummen in der Praxis und Wirtschaftlichkeit
Gummen ist arbeitsintensiv und verlängert den Anschneidzyklus. Es muss an der Sohle vor oder unmittelbar nach dem Laden erfolgen, sonst wird der Ton beim Trocknen hart. In Tiefbaugruben mit hoher Feuchte bleibt der Ton länger plastisch; unter trockenen Bedingungen oder nach Lufteinwirkung wird er hart und schwerer zu entfernen, manchmal ist Wiederbenetzen erforderlich. Die Arbeit ist körperlich anstrengend und wiederholend und verursacht Überlastungsverletzungen bei Bergleuten, die sie kontinuierlich ausführen.
Der Aschegehalt der Kohle ist ein direkter wirtschaftlicher Nachteil: Kraftwerke, Kokereien und andere Abnehmer gewähren Preisabschläge für Asche, die Vertragsgrenzwerte überschreitet, typischerweise etwa 10 bis 15 Prozent bei Rohkohle. Jedes Kilogramm Gummen auf der Kohle vermindert den Preis pro Tonne. Umgekehrt verschlingt aggressives Gummen Arbeitszeit, ohne Wert zu schaffen, wenn die Kohle ausreichend sauber ist. Moderne Longwall- und Kammerbau-Betriebe in Europa und Nordamerika verlassen sich teilweise auf nachgelagerte Aufbereitungsanlagen zum Aussieben von Feinstoffen, was die Abhängigkeit vom manuellen Gummen verringert, doch der Begriff bleibt in älteren Gruben und in Regionen mit weniger entwickelter Oberflächenaufbereitung bestehen.