Halbton
Englisch: halftone
Ein Bild, das nach dem Halbtonverfahren hergestellt wird.
Rasterung: Punkte, die das Auge täuschen, um Töne wahrzunehmen
Eine Rasterung ist ein gedrucktes Bild, das aus einem Raster von kleinen Punkten unterschiedlicher Größe aufgebaut ist. Tintenstrahldrucker, Offsetdruckmaschinen und Lithografiemaschinen können echte Grautöne oder Zwischenfarben nicht direkt drucken. Stattdessen nutzen sie Rasterung: ein mechanisches oder digitales Verfahren, das ein durchgehendes Foto oder Kunstwerk in tausende Punkte zerlegt. Wo das Original hell ist, sind die Punkte winzig oder gar nicht vorhanden; wo es dunkel ist, sind die Punkte groß und dicht gepackt. Aus normalem Betrachtungsabstand verschmilzt das menschliche Auge diese einzelnen Marken zu wahrgenommenen Graustufen oder Farben.
Rasterfrequenzen werden in Linien pro Zoll (lpi) gemessen und geben an, wie viele Punktreihen auf einer Strecke von einem Zoll erscheinen. Typische Zeitungsraster arbeiten mit 65 bis 85 lpi; hochwertiges Magazindruckwerk nutzt 150 lpi oder feiner; digitale Textil- oder Keramikdruckmaschinen können 200 lpi einsetzen. Der Winkel, in dem das Raster angewendet wird, spielt ebenfalls eine Rolle. Beim vierfarbigen Farbdruck (Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz) wird jeder Farbkanal in einem anderen Winkel gerastert, typischerweise 0, 15, 45 und 75 Grad, um sichtbare Moiré-Muster zu vermeiden, die entstehen würden, wenn die Raster sich überlagern und unerwünschte Interferenzmuster erzeugen.
Die tatsächliche Durchführung hängt vom Druckverfahren ab. Klassische Rasterplatten waren physisch vorhanden: feine Glasplatten mit eingravierter Linienstruktur, die beim fotografischen Reproduzieren ein Rastergitter als Schattenwurf auf den Film warfen. Modernes digitales Rastern verwendet Softwarealgorithmen, am häufigsten Error-Diffusion (die Rundungsfehler auf benachbarte Pixel verteilt) oder Ordered Dithering (ein festes Muster anwendet). Die Wahl beeinflusst die Qualität: Error-Diffusion erzeugt normalerweise glattere Töne, kann aber Artefakte einführen; geordnete Muster sind vorhersagbarer, zeigen aber möglicherweise sichtbare Textur.
Die Rasterqualität bricht zusammen bei sehr groben Einstellungen oder wenn das Originalbild starke wiederkehrende Muster aufweist. Moiré-Fransen werden sichtbar, wenn ein Raster mit Gewebemuster, Jalousien oder Ziegelmauern interferiert. Flächenzuwachs (die unerwünschte Vergrößerung von Rasterpunkten während des Drucks durch Tintenausbreitung oder Druckwalzendruck) kann Schattendetails auslöschen, wenn dies nicht im Vordruckprozess ausgeglichen wird. Umgekehrt führt zu geringe Ausgleichsrechnung zu dünnen Lichtern, die zum Zuschieben neigen (Tinte füllt die Lücken vollständig, es bleibt kein Weiß).
Der Begriff Rasterung stammt aus der fotografischen Lithografie. Ein fotografisches Negativ des Originalkunstwerks wurde durch ein feines Glasraster belichtet, das in kleinem Abstand von der Lithografieplatte oder dem Stein gehalten wurde. Das Raster erzeugte punktförmige Belichtungen, die der Dichte des Originalbildes proportional waren. Dies ergab eine Druckplatte, die Tintenpunkte unterschiedlicher Größe auf das Papier übertragen konnte. Das Verfahren revolutionierte die Zeitung- und Magazineproduktion in den späten 1800er Jahren, ersetzte handgezeichnete Gravuren und ermöglichte erstmals schnelle und wirtschaftliche Reproduktion von Fotografien.