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Drucktechnik

Zeilendrucker

Englisch: line printer

Schneller Nadeldrucker, früher bei Großrechnern verwendet, der eine ganze Zeile in einem Druckvorgang ausgibt.

Zeilendrucker: die Trommel, die 132 Zeichen auf einmal druckt

Ein Zeilendrucker ist ein Schlagdrucker, der eine vollständige horizontale Textzeile in einem einzigen Schlag erzeugt, anstatt Zeichen für Zeichen aufzubauen. Der häufigste Typ arbeitet mit einer rotierenden Trommel oder Kette, die den kompletten Zeichensatz trägt und das Papier in einem synchronisierten Schlag gegen Farbband und Walze trifft. Je nach Modell liegt die Geschwindigkeit zwischen 300 und 1500 Zeilen pro Minute, was Zeilendrucker von den 1960er bis 1990er Jahren zum Arbeitstier der Stapelverarbeitung machte.

Der IBM 1403 und seine Nachfolger dominierten den Markt und waren üblicherweise mit Großrechnern verbunden. Sie druckten Standard-Berichte mit 132 Spalten auf Endlospapier mit Perforation. Die mechanische Zuverlässigkeit war außergewöhnlich; ein gut gewarteter Zeilendrucker konnte jahrelang mit minimalen Ausfallzeiten laufen. Das Geräuschniveau war jedoch erheblich; eine Druckerei mit mehreren gleichzeitig arbeitenden Zeilendruckern konnte 90 Dezibel übersteigen.

Funktionsweise und Varianten

Zeilendrucker gab es in drei Hauptausführungen: Trommeldrucker mit einem um einen Zylinder geformten, festen Zeichensatz, Kettendrucker mit Typensegmenten auf einem beweglichen Band, und Bandmaschinen mit flexiblem Stahlband. Trommeldrucker boten Geschwindigkeit, aber begrenzte Schriftflexibilität. Ketten- und Bandmaschinen ermöglichten Schriftwechsel durch Austausch des Typelements, waren aber langsamer und anfälliger für Papierstaus. Die meisten Industrieanlagen nutzten Ketten- oder Trommelbauweisen, weil Ersatzteile genormt und überall verfügbar waren.

Die Papierhandhabung war nach modernen Maßstäben mechanisch und starr. Bediener führten Endlosformulare durch, indem sie den perforierten Rand in die Transportrollen eingespannten, die Formularhöhe an mechanischen Anschlägen einstellten und sich auf Druckhämmer und Papiertransport zur Einhaltung der Seitenpositionierung verließen. Mehrschicht-Formulare waren Standard; die Schlagkraft durchdrang problemlos drei bis fünf Lagen von kohlepapiergestütztem Material.

Zeilendrucker wurden obsolet, als Laserdrucker Anfang der 2000er Jahre vergleichbare Geschwindigkeit und Kosten erreichten. Sie überdauern jedoch in kritischen Umgebungen, wo ihre mechanische Schlichtheit und der Ruf für 24-Stunden-Betrieb noch zählen. Ersatzteile sind über Speziallieferanten weiterhin verfügbar, weil ein kompletter Austausch des Zeilendruckers oft billiger ist als die Modernisierung der dahinter stehenden Großrechnerinfrastruktur.

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