Fördermaschinenanlagenbau
Englisch: hoistroom
Ein Raum am oberen Ende eines Schachts, in dem sich der Aufzug zum Transport von Personen und Ausrüstung mittels Seil und Rolle befindet.
Fördermaschinehaus: die Maschinenanlage an der Tagesöffnung eines Bergwerks
Ein Fördermaschinehaus ist die oberirdische Anlage, in der die Fördermaschine untergebracht ist, die Bergleute, Erz und Ausrüstung durch den Schacht hinab und hinauf fördert. Sie sitzt direkt über der Schachtmündung und enthält den Elektro- oder Dieselmotor, die Trommel oder Rolle, um die sich das Stahlseil wickelt, die Bremsanlage und die Steuerkabine. Das Fördermaschinehaus ist das mechanische Herz des Schachts, und alles, was unter Tage bewegt wird, hängt von seiner Zuverlässigkeit ab.
Die Fördermaschine selbst ist entweder eine Reibungstrommel, bei der sich das Seil um eine drehende Trommel wickelt und durch Druck greift, oder eine Spulentrommel, bei der das Seil auf eine Wickeltrommel aufläuft. Moderne Bergwerke verwenden elektrische Fördermaschinen mit direktantriebenen Motoren zwischen 500 und 3000 Kilowatt, gekuppelt mit einem Getriebe, das die Motorgeschwindigkeit auf Trommel oder Rolle abstimmt. Ältere Anlagen können dampf- oder druckluftgetriebene Fördermaschinen haben, die in aktiven Bergwerken aber inzwischen selten sind.
Das Fördermaschinehaus muss robust konstruiert sein, weil Motor und Bremse Stoßbelastungen erfahren, jedesmal wenn der Korb oder die Förderung das Schachtende erreicht. Die Bremse, üblicherweise eine Federbremse mit Druckluftlösung, muss eine volle Last unbegrenzt halten können und einen fahrenden Korb von voller Geschwindigkeit innerhalb von Sekunden zum Stillstand bringen. Eine ausgefallene Bremse ist katastrophal, daher verfügen Fördermaschinhäuser über ausfallsichere mechanische und hydraulische Zusatzsysteme.
Die Anordnung ist entscheidend. Der Fördermaschinist sitzt in einer Kabine mit direkter Sichtlinie zur Schachtmündung oder überwacht Monitore mit der Korbposition. Das Seil läuft über eine Umlenkrolle an der Spitze des Fördergerüsts, bevor es ins Fördermaschinehaus gelangt. Ausgleichsgewichte balancieren die Last aus, um die Motorleistung zu reduzieren. Die gesamte Struktur muss Wind- und Erdbebenkräfte aushalten, weil ihr Versagen einen Korb mit Arbeitern einklemmen oder fallen lassen kann.
Das Design des Fördermaschinenhauses variiert nach Schachttiefe und Anforderung. Ein flacher Schacht eines Steinbruchs kann eine einfache eintrommelige Fördermaschine mit manueller Steuerung beherbergen; ein tiefer Schacht eines Hartgesteinsbergwerks mit mehreren Untertagestrecken nutzt eine zweitrommelige Fördermaschine mit automatischer Lastausgleichung und elektronischen Entfernungsanzeigern. Alle Fördermaschinhäuser erfordern regelmäßige Überprüfung von Seil, Umlenkrollen, Bremsbelegen und Motorlagern, weil der Verschleiß unaufhaltsam ist und ungeplante Ausfallzeiten den gesamten Betrieb stilllegen.