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Bergbau und Gewinnung

Zünd- oder Sprengzünder

Englisch: spire

Rohr oder Zündschnur zur Feuerübertragung auf die Sprengladung beim Sprengen.

Zündschnur: das Feuer zur Sprengladung führende Zündelement

Eine Zündschnur ist ein einfaches, aber entscheidendes Bauteil beim Sprengen: ein Rohr oder eine Schnur, gefüllt mit schnellbrennendem Material, das Feuer von einer Zündquelle zu einer Pulverladung oder einem Sprengstoff führt. Im Steinbruch und im Untertagebau verbindet die Zündschnur die Lücke zwischen dem Zünder oder Zündpunkt und der Hauptladung und stellt sicher, dass das Feuer den Sprengstoff zuverlässig erreicht. Ohne sie kann die Sprengung nicht zuverlässig gezündet werden.

Historisch waren Zündschnüre hohle Schilfrohe, Pflanzenstängel oder aufgerollte Papiertubben, gefüllt mit Salpeter, Holzkohle und Schwefel. Diese Materialien brennen mit vorhersehbarer Geschwindigkeit ab und geben dem Sprengteam Zeit, sich vor der Detonation in Sicherheit zu bringen. Moderne Zündschnüre sind immer noch röhrenförmig, aber präzisionsgefertigt: Der Kern besteht aus schnellbrennender Masse, die Außenhülle aus Papier oder Karton. Die Brenngeschwindigkeit ist so abgestimmt, dass sie Feuer zuverlässig überträgt, aber langsam genug für sichere Evakuierung. Die Brenndauer beträgt normalerweise zehn bis Hunderte Millisekunden.

Bei der Verwendung wird die Zündschnur in ein Loch oder eine Höhlung in der Ladung eingeführt oder neben einer Pulverspur gelegt. Die Zündquelle, historisch ein brennendes Streichholz oder Zündschnurenende, wird auf das offene Ende der Zündschnur aufgesetzt. Nach dem Anzünden reist das Feuer durch das Rohr und zündet die Hauptladung. Die Rohrummantelung enthält das brennende Material und steuert die Brenngeschwindigkeit; bei Beschädigungen oder Feuchtigkeit brennt die Zündschnur unregelmäßig oder versagt ganz, was zu einem Versager führt.

Unterschied zu anderen Zündsystemen

Eine Zündschnur unterscheidet sich in Konstruktion und Funktion von einer Sprengschnur. Eine Sprengschnur ist ein flexibles Seil mit einem Kern aus schnellbrennendem Pulver, umgeben von mehreren Schutzlagen; sie ist für längere, sichere Transporte und für Verzögerungen ausgelegt. Eine Zündschnur ist starr, kürzer und nur für sofortige Flammenübertragung an der Sprengstelle bestimmt. Der Name Zündschnur leitet sich wahrscheinlich von ihrer Form und Funktion ab: dünn und spitz, dringt sie in die Ladung ein wie eine architektonische Spitze zum Himmel hin.

Im modernen Bergbau und Steinbruchbetrieb sind Zündschnüre weitgehend durch Sprengzünder, Sprengkapseln und Schockröhren ersetzt worden, die sicherere Zündung, bessere Zeitmessung und handlichere Behandlung bieten. Allerdings sind Zündschnüre noch in kleineren Sprengeinsätzen und in Regionen verbreitet, wo Versorgungsketten oder Vorschriften einfachere, kostengünstigere Systeme begünstigen. Das Verständnis der Rolle der Zündschnur ist wertvoll für jeden, der mit älteren Sprengdokumentationen, stillgelegten Steinbrüchen oder traditionellen Pulversprengeinsätzen arbeitet.

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