SpracheEnglishDeutsch
Drucktechnik

Hot Metal

Englisch: hot metal

Drucktypen, die aus geschmolzenem Metall gegossen werden; Bleisatz-Drucktechnik.

Schriftzinn: Drucklettern frisch aus dem Gießerkessel

Schriftzinn bezeichnet Drucklettern, die direkt aus geschmolzenem Metall gegossen werden, normalerweise aus einer Legierung aus Blei, Zinn und Antimon, und zwar noch bei Gießtemperatur. In der Industrie-Druckerei beschreibt der Begriff sowohl das Material selbst als auch das gesamte mechanische Setzersystem, das solche Lettern nach Bedarf produziert. Der Begriff unterscheidet diesen Arbeitsablauf vom handgesetzten Schriftzinn, das im Voraus gegossen und in Schriftkästen gelagert wurde, sowie von späteren fotografischen und digitalen Setzverfahren.

Das Schriftzinn-System basiert auf Maschinen wie der Linotype und Monotype, die einzelne Zeilen oder Buchstaben aus geschmolzenem Metall gießen, das in einem beheizten Kessel vorgehalten wird. Eine Linotype-Maschine arbeitet, indem sie Matrizen zusammensetzt, das sind Messingformen mit Buchstabenabdrücken, zu einer Zeile. Nach der Justierung steigt die fertige Zeile in die Gießkammer ab, wo geschmolzenes Metall von etwa 550 Grad Celsius unter Druck in die Matrizen gepresst wird. Die fertige Zeile erkaltet, wird ausgeworfen und kehrt zum Matrizenmagazin zurück. Monotype-Maschinen funktionieren anders: ein Lochstreifen steuert, welche Zeichen gegossen werden, was eine flexiblere Seitenmontage ermöglicht als die zeilenbasierte Linotype.

Warum diese Technologie wichtig war

Das Schriftzinn-Setzen blieb von den 1880er Jahren bis in die 1970er und 1980er Jahre die dominierende Produktionsmethode für Zeitungen, Bücher und Magazine. Es löste den Arbeitsmangel bei der Handkomposition durch Automatisierung von Setzen und Gießen. Ein einzelner Bediener konnte auf einer Linotype-Maschine mehrere tausend Zeichen pro Stunde setzen und gießen, weit mehr als in manueller Arbeit. Die Schnelligkeit und Wirtschaftlichkeit machten den Hochdruck-Druck wirtschaftlich tragbar.

Der Nachteil war mangelnde Flexibilität. Nachdem geschmolzenes Metall zu Lettern erkaltet war, erforderten Korrektionen das Einschmelzen der fehlerhaften Sorten und deren Neuguss. Das Metall selbst verschlechterte sich trotz seiner Wiederverwendbarkeit leicht bei jedem Gusszyklus, da Antimon und Zinn oxidiert wurden. Gießereien mussten die Zusammensetzung ihrer Kessel sorgfältig überwachen, um konsistente Qualität über tausende Gussvorgänge hinweg zu erhalten. Abgenutzte Matrizen produzierten schwache Abdrücke; kontaminiertes Metall verursachte Gießfehler und Lochfraß im Schriftbild der Lettern.

Die Schriftzinn-Produktion schuf eine eigene materielle Kultur in Druckereien. Schriftsetzer arbeiteten in heißen, feuchten Bedingungen rund um Gießmaschinen und Bleischmelztöpfe. Die Abgase aus geschmolzenem Blei erzeugten giftige Dämpfe; eine Bleivergiftung war ein endemisches Risiko in Bleisatzdruckereien. Die Maschinen selbst erforderten ständige Wartung, besonders die Heizanlagen und die Mechanismen zum Zuführen und Justieren von Matrizen. Linotype- und Monotype-Setzereien waren laut, gefährlich und teuer im Betrieb, blieben aber wirtschaftlich überlegen gegenüber Alternativen, bis das digitale Setzen die Notwendigkeit für Bleisatz ganz überflüssig machte.

Mehr aus Industrial printing

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.