einfärben
Englisch: ink up
Tinte auf eine Walze auftragen zur Vorbereitung des Drucks oder zum Schutzanstrich einer ungenutzten Walze.
Walzen einfärben: Vorbereitung der Walzen für den Druckauftrag oder die Lagerung
Im Offset- und Buchdruck bedeutet Einfärben, Farbe auf die Walze oder die Walzen aufzutragen, die die Pigmente auf die Druckplatte oder die Lettern übertragen. Dies war ein eigenständiger Vorbereitungsschritt vor jedem Produktionslauf. Der Anlagenführer trug die Farbe manuell aus einer Dose oder von einer Farbwalze mit einem Messer oder einer Andruckrolle auf die Walzenoberfläche auf und verteilte sie über die gesamte Breite, um eine gleichmäßige Verteilung zu erreichen. Das Ziel war ein dünner, gleichmäßiger Farbfilm, der die Gummi- oder Kompositionsoberfläche der Walze bedeckte.
Der Begriff bezog sich auch auf das Auftragen einer Schutzschicht auf untätige Walzen. Da Farbwalzen beim Lagern oder bei unsachgemäßer Aufbewahrung zu Verhärtung, Glanz und Rissen neigen, würden Anlagenführer sie "einfärben", das heißt, die Oberfläche mit einem dünnen Farbfilm oder einem speziellen Walzenpflegemittel beschichten, um sie geschmeidig zu halten. Dies war eine Routinewartung in Druckereien, die zwischen Aufträgen oder am Ende einer Schicht stillstanden.
Warum der Begriff verschwunden ist
Moderne Offsetdruckmaschinen verfügen über Farbwerksysteme, die während des Druckens kontinuierlich Farbe auftragen und verteilen, was das manuelle Einfärben von Walzen entfallen lässt. Die Aufgabe des Maschinisten verschob sich von der manuellen Einfärbung auf die Überwachung des Farbstands und die Anpassung der Durchsatzmengen an automatisierten Systemen. Seit den 1970er und 1980er Jahren war das manuelle Einfärben in gewerblichen Druckereien bereits ungewöhnlich, obwohl die Fachausdrücke in älterer Fachliteratur und in der Sprache erfahrener Drucker weiterleben.
Der Begriff findet sich noch in historischen Drucktexten und in den Aussagen pensionierter Drucker, hat aber auf modernen Maschinen keine funktionale Bedeutung mehr. Das Verständnis dafür ist vor allem beim Lesen älterer Maschinenhandbücher, technischer Geschichten und Wartungsanleitungen aus der Zeit vor der vollständigen Automatisierung wichtig.