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Drucktechnik

Gemeine Schrift

Englisch: small letter

Schriftzeichen, das früher in der unteren Hälfte des Schriftenkastens eines Setzers aufbewahrt wurde.

Kleinbuchstabe: Minuskeltypen aus dem unteren Kastenbereich

Ein Kleinbuchstabe ist jedes Minuskelzeichen in einer Schrift aus Metalllettern, im Gegensatz zu Großbuchstaben oder Majuskeln. Im Buchdruck wurden diese Zeichen physisch im unteren Fach einer geteilten Holztypenkiste gelagert, daher der Begriff Kleinbuchstabe; Großbuchstaben befanden sich im oberen Kasten. Ein Kleinbuchstabe nimmt weniger Platz ein als sein Großbuchstaben-Gegenstück und erfüllt die Standardfunktion für Anfangsbuchstaben in der Wortmitte, bei Fortsetzungen von Sätzen und bei Eigennamen nach dem ersten Buchstaben.

Bei der Metallletternherstellung werden Kleinbuchstaben als einzelne Typen mit einer Druckhohe von 23,27 mm (der Standard-Schrifthöhe) gegossen, genau wie Großbuchstaben. Das eigentliche Schriftbild sitzt auf dem Körper der Letter, und die Tiefe von Schriftbild bis Rückseite variiert je nach Schriftgröße und Stärke. Die meisten Schriftarten enthalten Kleinbuchstaben im Standardzeichensatz: a bis z, plus akzentuierte Varianten wie é oder ö je nach Schriftentwurf und beabsichtigter Sprache oder Spezialisierung des Druckers.

Kastenordnung und Arbeitsablauf

Der Kleinbuchstaben-Kasten enthielt weitaus mehr Fächer als der Großbuchstaben-Kasten, weil Kleinbuchstaben in gedruckten Texten viel häufiger vorkommen. Ein Setzer, der Lettern von Hand zog, griff viel häufiger nach unten als nach oben, und die Anordnung der Buchstaben im Kleinbuchstaben-Kasten spiegelte die Häufigkeit der Verwendung wider: e, t, a, o, i, n waren an besten zugänglichen Positionen nah bei der Hand des Setzers platziert, während q, x, z in weniger erreichbaren Ecken saßen. Diese räumliche Logik blieb über Gießereien hinweg bestehen und war bis ins zwanzigste Jahrhundert Standard.

Kleinbuchstaben sind für das Erscheinungsbild jeder gedruckten Seite in lateinischen Schriftsystemen unverzichtbar. Ihre Proportionen, ihre Stärke und die x-Höhe (die Höhe des Buchstabenkörpers eines x ohne Ober- und Unterlängen) bestimmen das Grauwerk und die Lesbarkeit eines Textblocks viel mehr als Großbuchstaben. Ein schlecht proportionierter Kleinbuchstabe ruiniert eine Schriftart; ein präzise geschnittener Kleinbuchstabe mit exaktem Abstand und korrektem Zeilenabstand erzeugt Text, der mühelos lesbar ist.

Mit dem Aufkommen von Fotosatz und digitaler Satzherstellung bleiben die Begriffe Großbuchstaben und Kleinbuchstaben bestehen, obwohl kein physischer Kasten mehr existiert. Der Unterschied zwischen Groß- und Kleinbuchstabe ist rein typografisch geworden statt materiell, doch das Vokabular hat sich unverändert in zeitgenössisches Design und Verlagswesen fortgesetzt.

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