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Bahntechnik

Sicherungsanlage

Englisch: interlocking

Eine Anordnung von Signalgeräten, die verhindert, dass sich Züge in einem Bereich mit sich kreuzenden Gleisen, wie Verzweigungen oder Kreuzungen, widersprechen.

Fahrsperre: mechanische Logik, die Züge vor Kollisionen bewahrt

Eine Fahrsperre ist ein System aus mechanischen oder elektrischen Vorrichtungen, das eine Lokomotive oder einen Zug physisch daran hindert, in einen Gleisabschnitt einzufahren, wenn dies eine Kollisionsgefahr darstellen würde. An einer Eisenbahnkreuzung, einem Bahnübergang oder überall dort, wo mehrere Gleise zusammenlaufen, setzt die Fahrsperre eine Reihe von Regeln durch: In jedem Moment darf nur eine Zugbewegung freigegeben werden, und die Weichen und Signale müssen vorher in der richtigen Stellung stehen. Wenn ein Fahrdienstleiter versucht, widersprüchliche Fahrstraßen einzustellen, lässt die Fahrsperre das einfach nicht zu, wodurch menschliche Fehler an dieser Stelle unmöglich werden.

Historisch waren Fahrsperren rein mechanisch aufgebaut. Ein gusseiserner Rahmen mit einem Gitter aus Stangen, Hebeln und Sperrplatten würde blockieren, wenn der Fahrdienstleiter versuchen würde, einen Hebel in der falschen Reihenfolge zu ziehen. Der Bediener würde den Widerstand spüren und wissen, dass etwas nicht stimmt. Diese mechanischen Fahrsperren gibt es noch heute auf Museumsbahnen und einigen in Betrieb befindlichen Strecken; sie benötigen keinen Strom und haben sich über 150 Jahre lang bewährt. Moderne Fahrsperren sind elektronisch und nutzen Relaislogik oder speicherprogrammierbare Steuerungen, um das gleiche Ziel zu erreichen: Elektrische Signale fließen durch Logikschaltungen, die das physische Sperren nachbilden, das früher im Gusseisen stattfand.

Wo sie am wichtigsten sind

Fahrsperren werden überall dort installiert, wo Zugbewegungen koordiniert werden müssen und Sicherheit entscheidend ist: an stark frequentierten Kreuzungen, Diamantkreuzungen, Bahnübergängen mit Straßenverkehr, Rangierbahnhofeinfahrten und Zufahrten zu Bahnhöfen. Eine typische Fahrsperre kontrolliert 20 bis 100 Gleisabschnitte und Dutzende Weichenantriebe und Signale. Große Bahnhöfe können mehrere separate Fahrsperren haben, die jeweils eine andere geografische Zone steuern. Die Anordnung und Verteilung dieser Zonen richtet sich nach Gleisgeometrie und betrieblichen Anforderungen.

Der Begriff 'Fahrsperre' selbst stammt von der verzahnten oder ineinandergreifenden Natur des mechanischen Systems: Ziehen Sie an einem Hebel, sperren sich andere, weil ihre Sperrplatten mit Ihrer verbunden sind. Das Prinzip ist, dass alle Variablen, die eine Kollision verursachen könnten, so miteinander verriegelt sind, dass kein einzelnes Versagen, ob durch mechanischen Verschleiß oder Fehler des Fahrdienstleiters, zu einer gefährlichen Situation führen kann. Daher gelten Fahrsperren als sicherheitskritische Infrastruktur; sie werden regelmäßig überprüft, getestet und nach höchsten Anforderungen gewartet.

Wenn eine Fahrsperre ausfällt oder gewartet werden muss, muss die von ihr kontrollierte Strecke unter besonderen Einschränkungen betrieben werden, oft mit manueller Signalisierung oder reduzierten Geschwindigkeiten. Deshalb planen Eisenbahnbetreiber größere Fahrsperre-Modernisierungen sorgfältig und führen sie oft während Sperrpausen durch, wenn das Gleis ganz gesperrt ist. Die Kosten und Auswirkungen einer Erneuerung oder Modernisierung einer Fahrsperre können erheblich sein, aber genauso wie die Kosten eines Unfalls, der die von ihr erzwungene Sicherheitslogik umgeht.

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