Zugkette
Englisch: drag-chain
Die Kette, die Lokomotive und Tender oder Wagen und Güterwagen miteinander verbindet.
Zugkette: das Verbindungsglied, das Zugteile zusammenhält
Eine Zugkette ist eine robuste Kette, normalerweise 2,7 bis 3,7 Meter lang, die eine Lokomotive mechanisch mit ihrem Tender oder ein Schienenfahrzeug mit einem anderen verbindet. Sie überträgt die Zugkraft, die nötig ist, um den Zug voranzubewegen, und hilft, den Zug unter Last und beim Bremsen zusammenzuhalten. Die Kette verläuft zwischen Zugösen oder Kupplungsköpfen, die auf dem Rahmen jedes Fahrzeugs montiert sind, und ermöglicht artikulierte Bewegungen bei gleichzeitiger mechanischer Verbindung.
Die Kette selbst besteht normalerweise aus Schmiedeeisen oder Baustahl und wird in Gliedern von 25 bis 38 Millimetern Durchmesser geschmiedet, gewählt für Festigkeit und eine gewisse Flexibilität zum Aufnehmen von Stoßbelastungen. Jedes Kettenende ist an einer Öse befestigt, die am Fahrzeugrahmen befestigt ist. Die Länge wird so gewählt, dass sie gerade kurz genug ist, um Durchhang zu vermeiden, aber lang genug, damit die gekuppelten Fahrzeuge sich in Kurven und beim Anfahren relativ zueinander bewegen können. Verschleiß und Korrosion werden durch regelmäßige Inspektionen und Schmierung mit Fett oder Öl kontrolliert.
Varianten und Besonderheiten
Kürzere, schwerere Zugketten verbinden Güterwagen in engen Formationen. Längere, etwas leichtere Ketten werden zwischen Lokomotive und Tender verwendet, um größere Artikulation zu ermöglichen. Einige Systeme nutzen ein mittleres Ring- oder Kupplungsglied für zusätzliche Festigkeit. Auf älteren Schmalspurbahnen sind proportional kleinere Ketten Standard. Die Kette kann je nach Fahrzeugtyp und Betriebspraxis eine Schraubkupplung oder eine einfache Bolzen-Ösen-Verbindung an den Enden haben.
Ausfallarten sind im Eisenbahnbetrieb gut bekannt. Eine gerissene Zugkette führt zu sofortiger Zugtrennung, was katastrophal ist, wenn dies auf Gefällen oder in Güterbahnhöfen mit fahrendem Verkehr geschieht. Brüche entstehen typischerweise durch Materialermüdung nach Jahren zyklischer Belastung, Beschädigungen beim Rangieren oder Korrosion, die die Glieder schwächt. Durchhang entsteht, wenn die Kette bei Gebrauch dehnt, wodurch die Tragfähigkeit sinkt und gefährliches Rucken beim Bremsen entsteht.
Der Begriff Zugkette spiegelt ihre Funktion wider: Sie zieht oder schleppt die verbundenen Fahrzeuge mit. Moderne Hauptstrecken haben Zugketten weitgehend durch automatische Kupplungen wie die Scharfenberg- oder Janney-Systeme ersetzt, die sicherer und schneller zu bedienen sind. Jedoch bleiben Zugketten auf Museumsbahnen, in Betriebsanlagen und auf einigen Schmalspurstrecken in Gebrauch, wo traditionelle Ausrüstung gepflegt oder bevorzugt wird.