ISEE
Abkürzung für International Sun Earth Explorer, später in International Cometary Explorer (ICE) umbenannt.
ISEE: NASAs Drei-Satelliten-Raumwetternetz
ISEE steht für International Sun Earth Explorer, eine Konstellation aus drei Satelliten, die NASA zwischen 1977 und 1978 startete, um Sonnenwind, magnetosphärische Phänomene und deren Wechselwirkungen zu beobachten. Zwei Satelliten operierten in Erdumlaufbahn, während ein dritter Satellit in Sonnenumlaufbahn flog und so die ersten koordinierten Mehrpunkt-Messungen des Raumwetters ermöglichte. Das Programm benannte seinen dritten Satelliten später in International Cometary Explorer (ICE) um, als er 1985 zur Abfangung des Kometen Giacobini-Zinner umgelenkt wurde.
Für Flugwerkstatt und Flugbetrieb blieben ISEE-Daten grundlegend zum Verständnis geomagnetischer Stürme und solarer Teilchenereignisse, die Hochfrequenz-Funkverbindungen auf Polarrouten stören, die GPS-Genauigkeit verschlechtern und Besatzungen während Sonnenereignissen erhöhter kosmischer Strahlung aussetzen. Bodenstationen und Flugverkehrskontrollzentralen integrierten ISEE-Messungen in Raumwetter-Prognosesysteme, die Fluggesellschaften und Luftfahrtbehörden vor der Streckenplanung von Langstreckenflügen, besonders über der Arktis, konsultierten.
Die drei ISEE-Raumfahrzeuge trugen Magnetometer, Plasmainstrumente und Detektoren für energiereiche Teilchen. Die beiden erdgebundenen Satelliten flogen in enger Formation und in entfernter Formation, was die Unterscheidung lokaler von regionalen Effekten ermöglichte. Diese Dual-Orbit-Geometrie war damals neuartig und wurde zum Vorbild für später Konstellation-Missionen. Die Datenübertragung lief bis Mitte der 1980er Jahre, obwohl die Satelliten selbst Jahrzehnte nach Betriebsende noch im Orbit verblieben.
Im Flugverkehr gehörte ISEE zu einer breiteren Kategorie von Raumwetter-Überwachungsanlagen, die das Solar and Heliospheric Observatory (SOHO) und später das Advanced Composition Explorer (ACE) einschlossen. Obwohl ISEE selbst mittlerweile archiviert ist, prägten die Beobachtungsmethoden und Datenströme, die es etablierte, wie Fluggesellschaften Strahlungsrisiken und Kommunikationsgefährdungen während solarer Störungen bewerten. Die Mission zeigte, dass Raumwetter-Vorhersagen Echtzeit-Satellitenbeobachtungen erfordern, nicht nur bodengestützte Vorhersagen allein.