Jigge
Englisch: jig
Ein Apparat oder eine Maschine zum Jiggen von Erz.
Jig: Vibriersiebtrommel zur Trennung von Erz nach Dichte
Eine Jig ist eine Siebmaschine, die Partikel unterschiedlicher Dichte durch vertikale Oszillation und Wasserstrom trennt. Im Bergbau ist sie das Herzstück der Erzaufbereitung: Zerkleinerte Gesteine werden oben eingeleitet, schwere Minerale setzen sich am Boden ab, während leichtes Ausgangsgestein durch den Überfall abgeführt wird. Die Anlage besteht typischerweise aus einem rechteckigen Behälter mit durchlöcherter Siebfläche oder Gitter am Boden, einem pulsierenden Membran- oder Exzenterantrieb darunter und Ein- sowie Austragsöffnungen, die so angeordnet sind, dass die Dichtentrennung stattfinden kann, wenn das Schüttbett sich hebt und senkt.
Die Jig-Bewegung läuft in Zyklen ab: Der Aufwärtshub dehnt das Erzbett aus, Wasser steigt auf und leichtere Partikel schweben auf; der Abwärtshub verdichtet das Bett, Wasser drückt durch das Sieb, überkornmaterial wird abgeführt und schwere Minerale packen zum Boden. Diese wiederholte Bewegung, typischerweise bei 300 bis 600 Hüben pro Minute je nach Erztyp und Körnung, erzeugt das, was Betreiber Stratifizierung nennen. Eine Jig, die auf Eisenerz läuft, kann Aufgabematerial von 50 bis 70 Millimetern auf unter 6 Millimeter aufbereiten, wobei es Ausführungen für feinere und grobere Aufgaben gibt.
Jigs werden in zwei Haupttypen eingeteilt: Badjibs, bei denen das gesamte Erzbett in einem feststehenden Behälter pulsiert, und Hutch-Jibs, die ein bewegliches Unterschirmgitter verwenden. Hutch-Jibs bieten bessere Leistung und werden in größeren Anlagen bevorzugt; Badjibs sind einfacher aufgebaut und kommen oft in kleineren Werken oder als Zweiteinigung vor. Siebmaschenweite, Wasserdruck und Hubfrequenz sind die entscheidenden Steuervariablen; Betreiber passen diese an Dichte und Kornverteilung des anstehenden Erzes an.
Typische Probleme und Auslegungsgrenzen
Feinkorn unter 2 Millimetern verursacht Blinding, wenn Partikel in den Sieböffnungen steckenbleiben und den Wasserstrom unterbinden und damit die Stratifizierung zerstören. Ungleichmäßige Aufgabeverteilung führt zu Kurzschluss: Material nimmt einen schnellen Weg durch die Jig, ohne ordentliche Dichtentrennung zu erfahren. Dichteinversion tritt auf, wenn die Korngrößenverteilung zu breit ist, sodass feines schweres Material aufsteigt statt zu sinken. Siebverschleiß ist unvermeidlich; Austauschintervalle hängen von der Erzhärte und Aufgabeabrasivität ab, liegen aber typischerweise im Bereich von Wochen bis Monaten Dauerbetrieb.
Der Name Jig leitet sich von der Jig-Bewegung selbst her, ein Begriff aus Textilherstellung und Metallbearbeitung, wo Oszillation zum Schütteln und Trennen von Materialien verwendet wurde. Heute ist das Wort im Bergbau und in der Aufbereitungstechnik Standard. Die meisten modernen Anlagen nutzen Jigs neben anderen Dichtescheidern wie Spiralen, Schüttelrinnen und Nasszyklonen; die Jig bleibt wertvoll wegen ihrer Robustheit, ihrer Fähigkeit, relativ grobes Aufgabematerial zu verarbeiten, und ihrer unkomplizierten Instandhaltung in abgelegenen Bergbauregionen.