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Bergbau und Gewinnung

Kymogen

Englisch: cymogene

Eine hochflüchtige Flüssigkeit, die durch Kälte und Druck aus den Anfangsprodukten der Erdöldestillation kondensiert wird und zur Erzeugung niedriger Temperaturen verwendet wird.

Cymogen: flüchtiges Kühlmittel aus frühen Erdölprodukten

Cymogen ist ein Gemisch aus hochflüchtigen Kohlenwasserstoffen, hauptsächlich Propan und Propylen, das aus der leichtesten Fraktion von Rohöldestillat abgetrennt wird. Bei Raumtemperatur liegt es als Gas vor, verflüssigt sich aber unter mäßigem Druck oder durch Kühlung. Im Berg- und Gewinnungsbau war Cymogen wegen seiner Fähigkeit geschätzt, Temperaturen weit unter null Grad Celsius zu erzeugen, was es für Gerätekühlung und bestimmte metallurgische Prozesse brauchbar machte.

Die Flüssigkeit siedet bei etwa minus 40 Grad Celsius unter Atmosphärendruck, was deutlich niedriger war als die mit Ammoniak oder anderen üblichen Kühlmitteln seiner Zeit erreichbaren Temperaturen. Bei Verdampfung absorbiert Cymogen erhebliche Verdampfungswärme und eignet sich damit für Blitzkühlanwendungen, bei denen eine schnelle Temperaturabsenkung ohne chemische Wechselwirkung mit dem zu kühlenden Material erforderlich war.

Praktische Anwendung und Grenzen

Cymogen kam besonders in Probier- und metallurgischen Laboratorien von Bergbauunternehmen zum Einsatz, wo genaue tiefe Temperaturen zum Prüfen von Erzeigenschaften oder Raffinerieabläufen nötig waren. Seine extreme Flüchtigkeit war Vorteil und Nachteil zugleich: Es erforderte schwere, dicht verschlossene Behälter und sorgfältige Handhabung, denn jedes Leck führte zu schneller Verdampfung und Wirkungsverlust. Die Lagerung war teuer und gefährlich.

Der Begriff verlor an Verbreitung, als synthetische Kühlmittel mit besseren thermischen Eigenschaften, niedrigerem Preis und verbesserten Sicherheitsprofilen zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts verfügbar wurden. Ammoniak und später Fluorchlorkohlenwasserstoffe boten besseren Wärmeübergang und zuverlässigere Dichtung. Cymogen wurde außerhalb spezialisierter Bergbau- und Laboranwendungen nie breit eingeführt, und die Industriekältetechnik wandte sich entschieden von Erdölprodukten ab.

Der Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet "kälteerzeugend". Historische Verweise auf Cymogen findet man heute hauptsächlich in älteren Bergbautexten und Gerätekatalogen, weshalb es eher ein Vokabel-Relikt der Industriegeschichte als ein aktiver Fachbegriff im modernen Gewinnungsbetrieb ist.

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