Jibhead
Englisch: jibhead
Kopf eines Jibs, also des Auslegers eines Krans.
Jibhead: die lasttragende Buchse an der Spitze eines Krananschlags
Der Jibhead ist die Strukturbaugruppe am freien Ende eines Krananschlags, wo das Hubseil angreift und Lasten aufgenommen werden. Er trägt die volle Arbeitslast des Krans und muss Biege-, Schub- und Torsionsspannungen aufnehmen, während der Anschlag pendelt und die Last darunter bewegt wird. Im Bergbau, wo Anschläge auf Portalen oder Säulenkranen über Verladegruben und Halden montiert sind, erlebt der Jibhead wiederholte Schockbelastungen durch Schaufelgreifer und Magnetsysteme.
Die Ausführung richtet sich nach Lastklasse und Anschlagform. Ein einfacher Jibhead bei kleinem Tragvermögen kann ein geschweißter Stahlkasten mit Gabel oder Bolzengelenk zur Seilbefestigung sein. Größere Bergbauanschläge verwenden Stahlguss-Jibheads mit integral eingegossenen Lastumlenkrollen; das Hubseil läuft durch einen Block, der auf Lagern in der Kopfgussbuchse rotiert. Hochzyklusanwendungen erfordern Jibheads mit Nadelbuchsenlagern oder dichten Kugellagern, um Querkraft durch schräge Lasten zu bewältigen.
Ausfallarten und Wartung
Ermüdungsrisse entstehen an der Spannungskonzentration beim Übergang des Jibhead zum Hauptanschlagrohr. Lasten, die seitwärts ruckend statt vertikal hochfahren, verursacht durch ungleiches Greiferschließen oder magnetischen Zug, verstärken die Biegespannungen dort erheblich. Regelmäßige Sichtprüfung bei guter Beleuchtung, besonders an Schweißnähten und Seilauge, ist unverzichtbar. Jedes Zeichen von Lackabblätterung, Rostflor oder linearen Rissen deutet auf Fließen des Jibhead hin und erfordert Ultraschall- oder Magnetpulverprüfung vor Weiterbetrieb.
Verschleiß an den Seilbefestigungsbolzen und Umlenkrollenlагern ist fortschreitend und kumulativ. Gerilltes Seil verschleißt die Rollenrillen; verschlissene Rillen verschleißen das Seil dann schneller. Eine Jibhead-Rolle, die unter ihren ursprünglichen Durchmesser verschlissen ist, mindert den Übersetzungsvorteil leicht, aber die echte Gefahr liegt in ungleicher Spannverteilung zwischen den Teilen eines mehrteiligen Seils, was den Jibhead unter Last seitwärts zieht. Austauschbare Jibheads an modernen Kranen sind deshalb aufgeschraubt; ältere Krane mit Schweißköpfen erfordern Vor-Ort-Bearbeitung oder kompletten Anschlagtausch.
Der Begriff Jibhead kommt hauptsächlich in britischer und Commonwealth-Bergbau- und Abbauarbeit vor; amerikanische Ausrüstungsspezifikationen verwenden eher jib end, jib tip oder beziehen sich schlicht auf die Hubblock-Baugruppe. In europäischen Normen werden Begriffe wie jibkop (Niederländisch) und ähnliche verwendet. Das Wort lehnt sich an maritime Jib-Terminologie an, wo Jib jeden nach vorne zeigenden Spant bedeutet; hier heißt es einfach die Reichweite des Armes selbst.