Keeve
Englisch: keeve
Große Wanne zur Aufbereitung von Erzen.
Keeve: die industrielle Waschbütte für Erzbrei
Eine Keeve ist ein großes, meist zylindrisches oder rechteckiges Becken, üblicherweise aus Holz oder Stahlbetonauskleidung, in dem gemahlenes Erz in Wasser bewegt wird, um wertvolle Mineralien vom tauben Gestein zu trennen. Der Erzbrei setzt sich nach Dichte ab; schwerere Mineralien sinken ab, während leichteres Nebengestein in Suspension bleibt oder überläuft. Der Prozess heißt Keeve-Klassierung oder Keeve-Wäsche und gehört zu den ältesten mechanischen Methoden der Erzaufbereitung.
Keeves haben einen Durchmesser von 2 bis 6 Metern und sind mit einem langsam drehenden Rechen oder einer Spirale am Boden ausgestattet, die das abgelagerte Erz zur Austragsöffnung bewegt und gleichzeitig Wasser und Feinsteilchen durch Überfall- oder Wehrkanten ausströmen lässt. Der Antrieb arbeitet mit 1 bis 3 Umdrehungen pro Minute, sanft genug, um die Erzkörner nicht zu zerbrechen, aber energisch genug, um die Suspension zu halten und die Sedimentation zu fördern. Manche Keeves nutzen Drucklufteinblasung von unten, um die Schichtung zu unterstützen.
Varianten und Anwendungskontext
Die Keeve war unverzichtbar in Schwerkraftseparationskreisläufen, bevor Flotation im 20. Jahrhundert dominant wurde. Sie wird noch in der Alluvialmineralogiegewinnung, der Zinnaufbereitung und der Eisenerzanreicherung eingesetzt, wo einfache Dichteseparation wirtschaftlich sinnvoll ist. Bediener kontrollieren Austragsdichte, Überklarverlauf und Rechenmoment als Indikatoren für korrekte Sedimentation. Häufige Probleme sind Brückenbildung, bei der Feinstoff den Austrag verstopft, und Versandung, bei der der Unterlauf zu dickflüssig wird.
Der Name stammt aus dem Niederländischen oder Afrikaans (vgl. kuif, was Wanne bedeutet) und deutet auf Cornwaller und südafrikanisches Bergbauerbe hin. Anders als ein Verdicker, der einen klaren Überlauf anstrebt, konzentriert sich die Keeve auf die Klassierung nach Schwerkraft und Korngrößenverteilung. Sie nimmt eine Mittelstellung zwischen einfachen Absatzbecken und komplexeren Sieben oder Hydrozyklonen in der Hierarchie der Erzaufbereitungsgeräte ein.