Königsstück
Englisch: kingpiece
Der letzte gewölbte Metallkuchen am Boden eines Ofens, der erstarrt ist
Königstück: Der letzte Metallblock am Ofengrund
Das Königstück ist die erstarrte Metallmasse, die nach dem Hauptabstich am tiefsten Punkt eines Schmelzofens verbleibt. Es bildet sich, wenn geschmolzenes Metall in der tiefsten Partie des Ofenherzens erkaltet und verfestigt sich. Das Gewicht beträgt je nach Ofengröße und Metallart mehrere Tonnen. Dieses letzte Metallstück entsteht aus Metall, das entweder nicht mit dem Hauptabstich abfloss oder während der Abkühlung an Ofenwänden und Grund erstarrte.
Das Königstück nimmt seine gewölbte Form vom gekrümmten Grund des Ofenherzens an. Bei Hochöfen und Flammöfen, die zur Eisen- und Kupferschmelze verwendet werden, ist der Herzgrund absichtlich gekrümmt, um Abfluss und Sammlung zu fördern. Wenn der Ofen nach einem Schmelzprozess erkaltet, entspricht das erstarrte Königstück dieser Form und bildet eine kuppel- oder pilzförmige Wölbung, die mehrere Fuß Durchmesser haben kann.
Das Entnehmen des Königstücks erfordert sorgfältige Planung. Sobald der Ofen unter Rotglut abgekühlt ist, müssen Arbeiter es mit Spitzhauen, Schlägeln oder pneumatischen Werkzeugen vom Ofengrund abtrennen. Das Metall muss cool genug für sichere Handhabung sein, aber die Entnahme selbst ist gefährlich und erfordert ausreichende Lüftung und persönliche Schutzausrüstung. Nach der Entnahme wird das Königstück mit Neucharge im nächsten Schmelzgang umgeschmolzen und wertvolles Metall zurückgewonnen, das sonst verloren ginge.
Größe und Zusammensetzung des Königstücks hängen von Ofentyp, Betriebstemperatur und den verarbeiteten Metallen ab. In Hochöfen kann das Königstück Resteisen, Schlacke und andere Verunreinigungen enthalten. Bei Kupperflammöfen enthält es normalerweise höhere Kupferanteile, kann aber auch Rohstein oder ungereinigtes Metall führen. Manche Öfen mit rascher Abkühlung oder Dauerbetrieb minimieren die Königstückbildung durch verbesserte Drainagegeometrie oder Herzgrund-Design.
Der Begriff stammt aus älterer metallurgischer Sprache, wonach das größte oder wichtigste verbleibende Objekt als König bezeichnet wurde. Während moderne Öfen die Entnahme weitgehend automatisiert haben oder Herzgründe so konstruiert sind, dass übermäßige Königstückbildung entfällt, bleibt der Begriff in älteren Texten und traditionellen Gießerei- und Schmelzbetrieben erhalten. Die Erkenntnis der Königstückbildung bleibt wichtig für die Vorhersage der Metallrückgewinnung und die Planung von Ofenwartungsintervallen.