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Landtechnik

Lanarkshire-Krankheit

Englisch: Lanarkshire disease

Die Krankheit bestimmter Früchte, verursacht durch denselben Eumycet, der auch Rotherz verursacht.

Lanarkshire-Krankheit: Erdbeerenfäule durch einen Bodenpathogen

Die Lanarkshire-Krankheit ist eine Pilzinfektion von Erdbeeren, verursacht durch Phytophthora fragariae, denselben Oomyceten, der für die Rotkerzkrankheit an den Pflanzenwurzeln verantwortlich ist. Die Infektion äußert sich als Trockenrot, das die Früchte selbst befällt, nicht die Krone oder das Leitgewebe. Befallene Beeren entwickeln eine feste, braune Fäule, die typischerweise am Kelchende beginnt und nach innen fortschreitet. Dies macht die Frucht unverkäuflich und ungenießbar.

Die Krankheit tritt unter kühlen, feuchten Bedingungen auf, wie sie in Seeklimas und bei schweren Lehmböden typisch sind. Phytophthora fragariae persistiert im Bodenwasser und breitet sich durch Spritzwasser von Regen oder Bewässerung aus. Sporen dringen durch den Kelch oder kleine Wunden in die Frucht ein. Ist der Pathogen erst einmal in einem Feld etabliert, ist er schwer zu beseitigen, da Oosporen jahrelang im Boden überdauern können. Die Infektionsrate steigt deutlich an, wenn Pflanzen durch Staunässe gestresst sind oder wenn Früchte nah am nassen Boden liegen.

Geografischer und historischer Kontext

Die Krankheit verdankt ihren Namen Lanarkshire in Schottland, wo sie erstmals als erhebliches Problem im kommerziellen Erdbeerenanbau identifiziert wurde. Die kühlen Temperaturen der Region und ihr hoher Niederschlag schufen Bedingungen, die besonders günstig für den Pathogen waren. Obwohl ursprünglich in Schottland dokumentiert, ist die Krankheit inzwischen überall dort aufgetreten, wo Phytophthora fragariae-anfällige Erdbeersorten in feuchten Klimaten angebaut werden, einschließlich Teilen Englands und Nordeuropas.

Die Bekämpfung stützt sich auf kulturelle Maßnahmen und Sortenwahl. Verbesserung der Drainage, Verzicht auf Überkopfbewässerung und größere Pflanzabstände reduzieren den Kontakt der Früchte mit infiziertem Boden. Der Anbau anfälliger Sorten nur in gut drainierten Beeten oder Behältern minimiert das Risiko. Einige moderne Erdbeersorten, die auf Resistenz gegen Rotkerzkrankheit gezüchtet wurden, zeigen auch Toleranz gegen Fruchtfäule, allerdings ist vollständige Immunität selten. Die chemische Fungizidbekämpfung der Fruchtkrankheit selbst ist begrenzt; Prävention durch Umweltmanagement ist zuverlässiger als eine Behandlung, wenn Symptome erst aufgetreten sind.

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