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Werkstattsprache und Slang

letzte Meile

Englisch: last mile

Infrastrukturabschnitt, der Kommunikationssignale vom Netz zum Endnutzer leitet; verursacht oft höhere Installations- und Unterhaltskosten sowie geringere Übertragungsgeschwindigkeiten.

Last Mile: Die teure letzte Strecke bis zu Ihrer Tür

Die Last Mile ist der physische Abschnitt eines Telekommunikationsnetzes, der sich vom Verteilpunkt des Dienstanbieters bis zu den Räumlichkeiten des Kunden erstreckt. In der Praxis bedeutet das das Kupferkabelpaar, die Glasfaserstrecke, das Koaxialkabel oder die Funkverbindung zwischen dem Netzwerk des Betreibers und dem Eingang des Gebäudes. Für einen Privatkundenhaushalt kann es ein einfaches verdrilltes Paar sein, das vom Straßenschrank bis zur Anschlussdose im Haus läuft. Für ein Unternehmen könnte es eine dedizierte Glasfaserverbindung sein, die am Demarcation Point in der Eingangshalle endet.

Dieser letzte Abschnitt funktioniert nach völlig anderen wirtschaftlichen Grundsätzen als die Backbone-Strecken, die das Netz speisen. Backbone-Glasfaserleitungen können Tausende von Kunden pro Kabel versorgen; eine Last-Mile-Leitung versorgt einen. Die Installationskosten pro Anwender bleiben auch in dicht bebauten Gebieten hoch, und Wartungsarbeiten fallen häufig und über ein großes Gebiet verteilt an. Ein Netzbetreiber gibt möglicherweise mehr für Last-Mile-Infrastruktur und Betrieb aus als für alle Fernübertragungsleitungen zusammen, weshalb der Breitbandausbau im ländlichen Raum ohne Subventionen unrentabel bleibt.

Varianten und praktische Realität

Der Begriff umfasst mehrere verschiedene physische Technologien. Kupferverdrillungen liefern DSL und den klassischen Telefondienst; Koaxialkabel tragen Kabel-Modem-Breitband; Glasfaser bietet die höchsten Geschwindigkeiten, aber auch die höchsten Installationskosten; Richtfunk und Satellit versorgen Gebiete, in denen Kabelinfrastruktur wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen ist. Der Begriff gilt auch für Wasserleitungen, Gasleitungen und Stromverteilung, wo die gleichen wirtschaftlichen und konstruktiven Herausforderungen entstehen: Die lokalen Anschlüsse zu einzelnen Nutzern treiben die Kosten pro Einheit deutlich höher als die Hauptübertragungsanlage.

Geschwindigkeit und Latenz verschlechtern sich in der Last Mile durch Signaldämpfung über längere Strecken bei niedrigeren Frequenzen und weil die Infrastruktur älter und weniger standardisiert ist als Backbone-Netze. Eine 100-Mbps-Glasfaserverbindung liefert möglicherweise genau diese Rate ab dem Straßenschrank, aber Kupferdienste, die 300 Meter vom Vermittlungsschrank bis zur Kundenanlage laufen, werden durch Leitungsmerkmale begrenzt: Typische DSL-Raten liegen je nach Entfernung und Leitungsqualität bei etwa 15 bis 25 Mbps. Kupferpaare sind zudem anfällig für Störeinflüsse und Feuchtigkeitseintritt und sind damit der schwache Punkt in modernen Breitbandnetzen.

Der Begriff kam in den 1990er Jahren in Gebrauch, als die Deregulierung der Telekommunikation mehreren Betreibern Zugang öffnete und die Kostenstruktur von Netzsegmenten deutlicher sichtbar und diskutierbar machte. Er ist aktuell in der Breitbandpolitik, Infrastrukturinvestitionen und Netzwerkentwicklung, weil die wirtschaftlichen und technischen Zwänge, die er benennt, sich nicht grundlegend geändert haben.

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