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Werkstattsprache und Slang

Gummi durchdrehen

Englisch: burn rubber

verbWerkstattsprache und Slangidiomatic, informal

Mit großer Beschleunigung von Stillstand anfahren, sodass die Reifen Spuren auf der Fahrbahn hinterlassen.

Gummi durchdrehen: Reifenreibung bei Vollgas

Gummi durchdrehen passiert, wenn ein Fahrzeug aus dem Stand so hart beschleunigt, dass die Reifenlauffläche schneller dreht als das Fahrzeug vorwärts fährt. Die Reibung zwischen dem rotierenden Gummi und dem Asphalt erzeugt Hitze jenseits der Haftungsgrenze des Reifens, wodurch die Polymerketten in der Lauffläche abgebaut und eine dunkle Spur auf der Fahrbahn hinterlassen wird. Das ist weniger eine kontrollierte Manöver als vielmehr ein Tractionsverlust: das Rad dreht durch, der Reifen rutscht, und die Spur ist Kohle und Gummirückstände.

Der Effekt zeigt sich am deutlichsten bei Fahrzeugen mit hohem Leistungs-Gewichts-Verhältnis und auf Oberflächen mit guter Haftung aber schlechtem Rollwiderstand, besonders bei kaltem Wetter oder auf altem Asphalt. Ein 300-PS-Motor in einem leichten Auto kann es beim Anfahren auslösen. Dragster und Straßenrennfahrer nutzen es absichtlich. Verschlissene Stabilisatorlager, verschlissene Differenziallamellen oder eine locker befestigte Motoraufhängung verstärken es. Die Spur selbst verblasst langsam; wenn die Lauffläche neu war, entsteht ein stärkerer Belag; wenn der Reifen bereits verschlissen war, geht weniger Gummi auf die Fahrbahn über.

Warum es in der Werkstatt zählt

Durchgedrehte Gummispuren auf den Reifen eines Kunden oder auf dem Werkstattboden deuten auf harte Beschleunigung oder ein Alignmentproblem hin, das ungleichmäßiges Durchdrehen auslöst. Übermäßiges Durchdrehen belastet Differential, Getriebe und Motoraufhängung; bei einem Gebrauchtwagen zeigt es oft verschlissene Antriebskomponenten oder undichte Achsdichtungen an. Werkstätten nutzen die Spur als Diagnosehinweis und nicht nur als Zeichen rücksichtsloser Fahrweise.

Der Begriff ist zunächst Werkstattjargon, danach technische Beschreibung. Mechaniker verwenden ihn umgangssprachlich, um den Klang, Geruch und das sichtbare Ergebnis eines harten Anfahrens zu beschreiben. Der Ausdruck kam Mitte des 20. Jahrhunderts in den Motorsport-Wortschatz, als Hochleistungsautos verbreitet wurden. Heute erstreckt sich die Verwendung auf Straßenkultur, Motorsport und Fuhrparkmanagement, wo Reifenverschleiß durch Durchdrehen als Wartungskosten erfasst wird. Versicherungssachverständige und Sicherheitsermittler erkennen auch das Muster: eine einzelne lange Spur deutet auf harte Beschleunigung hin; gepaarte Spuren deuten auf eine Drehung im Kreis oder Tractionskontrolleingriff hin.

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