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Drucktechnik

Leporello

Englisch: leporello

Gedrucktes Material wie Bücher oder Flugblätter mit Ziehharmonika-Faltung.

Leporello: ein gefalteter Streifen, der wie ein Akkordeon aufgeht

Ein Leporello ist ein Papierstreifen, der sich in einem Zickzack- oder Ziehharmonika-Muster selbst überlagert, sodass er sich sequenziell öffnet, ohne in einzelne Seiten zu zerfallen. Jede Falte verläuft senkrecht zur vorherigen, sodass sich das gesamte Stück beim Auseinanderziehen auf volle Länge ausdehnen kann. Der Name stammt von einer Figur aus Mozarts Oper, die eine endlos abrollende Liste führt; Drucker haben den Begriff übernommen, um diese charakteristische Ziehharmonika-Bewegung zu beschreiben.

In der Herstellung beginnt ein Leporello als einzelnes durchgehendes Blatt. Falten werden gerillt (mit leichtem Druck eingekratzt), statt vollständig durchgeschnitten zu werden, sodass das Papier entlang des Rückens verbunden bleibt. Die Anzahl der Falten bestimmt, wie viele Felder sich beim vollständigen Auseinanderziehen zeigen; ein Blatt mit vier Falten ergibt fünf Felder. Das Rillen erfolgt auf einer Flachdruckmaschine oder mit speziellen Falzmaschinen, und das Faltmuster muss exakt sein, damit die Felder gleichmäßig ausfallen und sich beim Öffnen und Schließen richtig ausrichten.

Leporellos kommen in verschiedenen industriellen Kontexten vor. Tourismusbroschüren, Bedienungsanleitungen, Karten und Produktkataloge nutzen dieses Format häufig, weil die Falten große Inhaltsmengen in einer kleinen Versand- oder Taschengröße ermöglichen. Das Format verhindert auch lose Blätter; es gibt keine Bindung, die ausfallen kann, und keine einzelnen Blätter, die verloren gehen. Jedes Feld enthält üblicherweise zusammenhängende Informationen oder aufeinanderfolgende Schritte, was das Format für Anleitungen und aufgeklappte Nachschlagewerke logisch macht.

Materialien und Spezifikationen

Das Papiergewicht hat erhebliche Auswirkungen. Leichtes Material (80 bis 100 g/m²) lässt sich leicht falten, wirkt aber möglicherweise fragil; schwerere Sorten (150 bis 200 g/m²) widerstehen dem Knittern und sind haltbarer, erfordern aber schärfere Falzmaschinen und mehr Druck, um sauber zu rillen. Die Faserrichtung (parallel zur Falte oder senkrecht dazu) beeinflusst, wie leicht das Papier reißt, und ob die Falten flach liegen. Gestrichene Sorten drucken knackig, können aber reißen, wenn die Falztiefe nicht exakt eingestellt ist.

Häufige Produktionsprobleme sind ungleichmäßige Falzabstände, die dazu führen, dass sich Felder beim vollständigen Öffnen nicht ausrichten, und unvollständiges Rillen, das bewirkt, dass das Papier beim Falten reißt, statt sauber zu knittern. Sind die Falten zu tief gerillt, verliert das Papier seine Steifigkeit und hängt durch. Ist es zu flach gerillt, knitert es nicht richtig bei der letzten Falte. Die Richtung, in der das Papier durch die Rillenstation läuft, muss dem Faltmuster entsprechen, und Maschinenführer müssen das Papierrückstellverhalten nach dem Rillen berücksichtigen.

Das Leporello bleibt beliebt, weil es auf vorhandenen Maschinen wirtschaftlich herzustellen ist, keine zusätzliche Bindetechnik erfordert und ein markantes Objekt schafft, das sich mit einer befriedigenden Bewegung öffnet, die Kunden in Erinnerung behalten. Es nimmt eine Mittelposition zwischen einer einfachen gefalteten Broschüre und einem gebundenen Heft ein, sowohl hinsichtlich der Produktionskomplexität als auch des wahrgenommenen Wertes.

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