LFM
Abkürzung für Live Fuel Moisture.
LFM: wie nass die Vegetation wirklich ist
Live Fuel Moisture ist der Wassergehalt in lebender Vegetation, gemessen als Prozentsatz des Trockengewichts des Pflanzenmaterials. Ein frischer grüner Ast könnte 120% LFM aufweisen; derselbe Ast völlig ausgetrocknet wäre 0% LFM. In der Waldbrandbekämpfung und Sicherheitsplanung ist LFM einer der stärksten Indikatoren dafür, wie leicht Vegetation entzündbar ist und brennt. Es ist wichtiger als die Pflanzenart oder die Lufttemperatur.
LFM variiert dramatisch je nach Jahreszeit, Geografie und jüngsten Niederschlägen. In Mittelmeerklimaten können lebende Brennstoffe während ausgedehnter Dürren auf 50% Feuchte oder darunter fallen, was Buschwerk und Wälder von widerstandsfähig zu explosiv in Bezug auf Entflammbarkeit macht. Umgekehrt können starke Frühjahrsregen LFM auf 150% oder höher treiben und machen die gleiche Landschaft praktisch unbrennbar. Der kritische Schwellenwert für schnelle Brandausbreitung liegt normalerweise zwischen 60% und 100% LFM, abhängig von Pflanzenart und Brennstoffanordnung.
Messung und Anwendung
LFM wird vor Ort gemessen, indem frische Pflanzenmuster geschnitten, nass gewogen, dann in einem Ofen bei etwa 60 bis 70 Grad Celsius 24 bis 48 Stunden vollständig getrocknet und erneut gewogen werden. Die Berechnung ist einfach: (Nassgewicht minus Trockengewicht) dividiert durch Trockengewicht, mal 100. Waldbrandagenturen und Versicherungsunternehmen nutzen regionale LFM-Daten, um Brandverbote und Brandgefahrenstufen festzulegen. In Schnittstellen, wo Häuser an wilde Vegetation grenzen, bestimmen LFM-Vorhersagen die Evakuierungsbereitschaft und Entscheidungen zu Brennstoffbehandlung.
Der Begriff bezieht sich speziell auf lebendes Pflanzengewebe, nicht auf Totholz oder Nadelstreu auf dem Boden. Tote Brennstoffe trocknen schnell und werden separat als Feuchtegehalt erfasst. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil lebende Vegetation durch Verdunstungskühlung der Verbrennung Widerstand leistet, solange ihre Zellen Wasser enthalten. Sobald LFM unter einen kritischen Punkt für einen gegebenen Brennstofftyp fällt, bricht dieser Widerstand schnell zusammen und das Brandverhalten wechselt von kontrollierbar zu gefährlich.
LFM-Daten fließen zusammen mit Windgeschwindigkeit, Neigung und Brennstofflast in Brandausbreitungsmodelle ein. Behörden wie der U.S. Forest Service berücksichtigen LFM-Schätzungen in nationalen Brandgefahrenindizes. Da direkte Probenentnahme arbeitsintensiv ist und mit Verzögerung eintrifft, werden zunehmend satellitengestützte Vegetationsindizes und Saisonmodelle verwendet, um LFM über große Regionen abzuschätzen, wobei Feldproben aber weiterhin die Grundwahrheit für Validierung und Kalibrierung bleiben.