Stadtbahn
Englisch: light rail
Fahrgastverkehrsbahn im städtischen und suburbanen Bereich, charakterisiert durch eine Mischung aus Straßenbahn- und U-Bahn-Eigenschaften, kreuzt Straßen ebenerdig und wird normalerweise elektrisch angetrieben.
Straßenbahn: die urbane Bahn, die sich die Straße teilt
Eine Straßenbahn ist ein Personenverkehrssystem, das in gemischtem Verkehr betrieben wird, auf festen Gleisen auf Straßenniveau und auch auf separaten Trassen, je nach Streckenführung. Die Züge transportieren typischerweise 100 bis 300 Fahrgäste pro Wagen, Zuglängen von zwei bis vier Wagen sind üblich. Das System überbrückt die Lücke zwischen Oberflächenbahnen und U-Bahnen und bietet schnellere Fahrten als Busse bei deutlich niedrigeren Bau- und Betriebskosten im Vergleich zu vollständig separierten Schnellbahnsystemen.
Die meisten Straßenbahnnetze nutzen 750-Volt-Gleichstrom über Stromschiene oder Oberleitung, einige moderne Systeme verwenden 25-kV-Wechselstrom mit Oberleitung. Räder sind Stahlräder auf Stahlschienen, typischerweise 40 bis 60 Kilogramm pro Meter. Die Fahrzeuge sind 30 bis 40 Meter lang für einzelne Gelenkwagen, moderne Systeme setzen oft Gelenkwagen oder Doppelgelenkwagen ein, um die Kapazität zu erhöhen. Die Stationen sind bescheiden gestaltet, Bahnsteighöhen betragen typischerweise 200 bis 350 Millimeter über Schienenoberkante, was schnelles Einsteigen vom Straßenniveau ermöglicht.
Das bestimmende Betriebsmerkmal ist die Behandlung von Höhenunterschieden: Straßenbahnen überqueren Straßen an Signalen, teilen sich den Raum mit Autos und Fußgängern, erreichen aber durch separierte Abschnitte auf Dämmen, Viadukten oder reservierten Mittelbereichen Betriebsgeschwindigkeiten von 40 bis 80 Kilometern pro Stunde. Diese Flexibilität macht sie für Strecken geeignet, wo vollständige Segregation zu teuer oder Platz zu knapp ist. Die Beschleunigung liegt typischerweise bei 1,2 bis 1,5 Metern pro Sekunde zum Quadrat; Bremsen erreichen 2 Meter pro Sekunde zum Quadrat oder mehr.
Instandhaltung und Betriebsanforderungen
Straßenbahnnetze benötigen spezialisierte Instandhaltungseinrichtungen zum Schleifen von Rädern und Schienen, zum Austausch von Stromabnehmern und Stromschleifer-Kontakten sowie zur Überprüfung elektrischer Systeme. Höhengleiche Kreuzungen erfordern Verkehrssignalkoordination und sorgfältige Überwachung auf Verschmutzung zwischen Rad und Schiene, da Staub und Feuchtigkeit auf Straßenniveau den Verschleiß beschleunigen. Das Betriebspersonal braucht eine Ausbildung, die sich sowohl von Oberflächenbahnen als auch von U-Bahnen unterscheidet: Der Betrieb auf Straßenniveau erfordert andere Urteilsfähigkeit als separate Streckenabschnitte, und die Sicherung erfolgt oft halbautomatisch statt vollständig gesteuert.
Der Begriff entstand in den 1980er Jahren, um ausgebaute Straßenbahnnetze und neue urbane Bahnen von historischen Straßenbahnen und schwerem U-Bahn-Verkehr zu unterscheiden. Er steht weder für Straßenbahn noch für U-Bahn, sondern für eine bewusst konstruierte Mittelposition, geeignet für weitläufige mittelgroße Städte und wachsende Korridore in größeren Ballungsräumen. Die Kosten pro Kilometer liegen typischerweise zwischen 15 und 50 Millionen Euro, abhängig von der Intensität der Tiefbauarbeiten; diese Kostenersparnis gegenüber U-Bahnen, kombiniert mit schnellerem Service als Bus-Rapid-Transit, hat die Straßenbahn zur dominierenden neuen Verkehrstechnologie in Europa, Asien und zunehmend in Nordamerika gemacht.