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Elektrotechnik

Ortsleitung

Englisch: local loop

Physische Verbindung oder Schaltung vom Kundenzugang bis zur Netzgrenze des Netzbetreibers oder Telekommunikationsanbieters.

Ortsnetz: die Leitung zwischen deinem Gebäude und dem Vermittlungsamt

Das Ortsnetz ist das physische Kupferkabelpaar, Glasfaserkabel oder drahtlose Verbindung, das vom Gebäude eines Kunden zum nächstgelegenen Telekommunikationsvermittlungsamt oder Netzzugangspunkt des Diensteanbieters führt. Es ist die letzte Meile der Infrastruktur, die ein Carrier in deinem Namen betreibt, und es ist der Ort, an dem die meisten Serviceausfälle auftreten, weil es Wetter, physischen Schäden und alterungsbedingtem Verschleiß ausgesetzt ist.

In älteren Netzen besteht das Ortsnetz fast immer aus verdrilltem Kupferkabel, häufig mit demselben Querschnitt (typischerweise 22 oder 24 AWG), der seit Generationen verwendet wird. Diese Kabel verlaufen durch Rohre, entlang von Masten oder in unterirdischen Kanälen vom Demarcation Point des Kunden (oder der Netzabschlussstelle) zurück zum Vermittlungsamt. Die Entfernung variiert stark: Stadtkunden könnten 500 Meter entfernt sein, während Landkunden 5 oder 6 Kilometer entfernt sein können. Diese Entfernung beeinflusst direkt die maximal erreichbare Datenrate, besonders bei DSL-Technologien, die über längere Strecken abbaut.

Varianten und moderne Formen

Fiber-to-the-Premises-Ortsnetze (FTTP) eliminieren Entfernungsbeschränkungen und konkurrieren nun in vielen Märkten mit Kupfer. Hybrid-Fiber-Coax-Netze (HFC) von Kabelanbietern dienen ebenfalls als Ortsnetze, arbeiten aber nach einer gemeinsamen Baumarchitektur statt dedizierter Paare. Wireless-Local-Loop-Technologien, einschließlich Fixed Cellular und Point-to-Multipoint-Mikrowelle, ersetzen physische Drähte in einigen Gebieten vollständig. Unabhängig vom Medium bleibt das Ortsnetz der Engpass und der Punkt höchster Betriebskosten für Carrier, da die Erweiterung oder Aufrüstung physische Besuche und oft Genehmigungen erfordert.

Überlastung, Feuchtigkeitseintritt in Kabelmantel, Nagerschäden und Korrosion von Klemmenblöcken sind häufige Ausfallmodi. Überbrückungszweige (veraltete Stummelleitungen auf der Leitung) und schlechte Erdung führen zu Rauschen und Signalverlust. Weil das Ortsnetz vom Kunden betrieben und gleichzeitig vom Carrier bedient wird (eine regulatorische Grauzone), sind Streitigkeiten über die Verantwortung für Fehler häufig. Leitungsqualifizierungstests bei der Servicebereitstellung messen Leitungswiderstand und Kapazität, um die nutzbare Bandbreite vorherzusagen; eine 3 km lange Kupferleitung unterstützt möglicherweise nur 1 bis 2 Mbps ADSL, während eine 500 Meter lange Leitung 20+ Mbps unterstützt.

Der Begriff widerspiegelt die Funktion der Schaltung: Sie ist eine vollständige Schleife vom Vermittlungsamt durch den Kundenort und zurück. Regulierungsbehörden in vielen Ländern fordern, dass Carrier konkurrierenden Diensteanbietern diskriminierungsfrei Zugang zu Ortsnetzen gewähren, ein Verfahren namens Entbündelung oder Local Loop Unbundling (LLU). Diese Anforderung hat Wettbewerbsmärkte für Breitband geprägt, besonders in Europa und Nordamerika, obwohl die Glasfaserbereitstellung die Entbündelung von Kupferleitungen allmählich weniger relevant macht.

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