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Elektrotechnik

LIR

Abkürzung für Local Interconnection Region, eine Alternative zur börsengestützten Verbindungsstrategie für Competitive Local Exchange Carriers (CLECs).

LIR: wie CLECs die Telefonvermittlung umgehen

Eine Local Interconnection Region (LIR) ist ein geografisches Gebiet, in dem konkurrierende lokale Netzbetreiber (CLECs) sich direkt mit etablierten lokalen Netzbetreibern (ILECs) verbinden können, ohne Anrufe über eine zentrale Telefonvermittlung zu leiten. Statt den Verkehr durch einen zentralen Vermittlungsknoten zu führen, errichten CLECs direkte Trunkverbindungen an mehreren Punkten in der Region. Dies reduziert die Latenz und die Abhängigkeit von der Infrastruktur des etablierten Betreibers.

Das LIR-Modell entstand in den 1990er Jahren, als Telekommunikationsregulierungen Eintrittshürden für neue Marktteilnehmer senken wollten. Statt alle Verbindungen durch die zentrale Vermittlung des ILEC zu zwingen, was zu Engpässen führte und dem etablierten Betreiber Kontrolle über Verkehrsmuster gab, erlaubten LIRs CLECs, Verbindungspunkte (POIs) geografisch verteilt in einer definierten Region auszuhandeln. Dieser verteilte Ansatz gab konkurrierenden Betreibern mehr Flexibilität beim Netzdesign und direktere Kontrolle über ihre eigenen Routingentscheidungen.

LIR gegenüber traditioneller Vermittlungsinterconnection

Bei auf Vermittlungen basierender Interconnection muss sich ein CLEC physisch mit der Zentrale des ILEC verbinden. Alle Anrufe zwischen den beiden Netzen laufen über diesen einen Punkt. Die LIR-Strategie ermöglicht dagegen mehrere Verbindungspunkte, oft in verschiedenen Vermittlungszentren oder Co-Location-Einrichtungen innerhalb der Region. Ein CLEC, der in einer LIR tätig ist, könnte Ortsanrufe an drei oder vier verschiedenen Einrichtungen beenden, anstatt an einer, wodurch Verkehr verteilt wird und Überlastung an einzelnen Übergabepunkten sinkt.

LIRs erfordern sorgfältigere Netzplanung und höhere Kapitalinvestitionen von CLECs, da sie mehrere Trunkverbindungen errichten oder mieten müssen, statt einer großen Verbindung. Der Vorteil ist allerdings bessere Servicequalität, schnellerer Anrufaufbau und weniger Abhängigkeit vom guten Willen des etablierten Betreibers bei der Verwaltung der Interconnection-Kapazität. Der regulatorische Rahmen für LIRs ist nach Gerichtsbarkeit unterschiedlich; einige Bundesstaaten haben LIR-Interconnection zur Standard gemacht, andere nicht.

In der Praxis hängt die Wirksamkeit einer LIR von der Anzahl verfügbarer POIs in einer Region und davon ab, ob CLECs sich mehrere Verbindungen leisten können. Etablierte Betreiber haben manchmal die Anzahl verfügbarer POIs eingeschränkt, um den Wettbewerb zu begrenzen. Heute, da der meiste lokale Sprachverkehr zu IP-basierten Diensten und Mobilfunkbetreibern migriert, sind traditionelle LIR-Vereinbarungen weniger verbreitet als in den frühen 2000er Jahren, obwohl das Konzept in einigen Altmärkte mit Wired-Anschlüssen noch relevant ist.

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